Wir wissen: 20% Pädokriminelle

So, und nun raten wir mal, welche Laiein dies abgesondert hat:

„Wir wissen (*), dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle.“

Das hat ja mal nicht besonders lange gedauert, bis zur Gleichung: „Wer die Sperre umgehen KÖNNTE ist latent SCHWER pädokriminell“.

Lebt die Ministerin eigentlich im gleichen Paralleluniversum, von dem im
FettschichtTV der Mattenhütte immer berichtet wird? Und wo wir gerade bei Fragen sind: was soll eigentlich das Phantasiewort „pädokriminell“ bedeuten?
(Mein Tip für Pädagogen aller Art: Nennt euch lieber wieder Lehrer)


(*) Doch, sie hat echt gesagt : „Wir wissen“! Perversion der deutschen Sprache oder Humorbeitrag?
Rätsel über Rätsel.




P.S.: Einer meiner Leser (es überrascht mich zugegeben, daß ich welche habe) wies darauf hin, dass Frau von der Leyen... ach Mist, jetzt hab ich ja verraten wer’s war! Naja, jedenfalls, das Frau von der Leyen nur „zum Teil“ gesagt habe, also keineswegs, das 20% „pädokriminell“ seien, sondern eben das die Leute, die die Sperre umgehen könnten (ihrer Meinung nach nur 20%) ZUM TEIL kriminell seien.

Das stimmt. Ich habe auch nichts anderes behaupten wollen.

Es entsteht aber eben doch der Eindruck das nur die, die NICHT wissen wie man die Sperre umgeht unverdächtig sind und die, die wissen wie man die Sperre umgeht eben verdächtig, da „zum Teil ... schwer ...kriminell“ sind.

P.P.S.: Und genau so haben es selbst Teilnehmer am
politcamp09 aufgefasst: Dort wurde mehrfach dargestellt, Frau von der Leyen habe tatsächlich gesagt „20% der Nutzer sind Pädophile“. Genau diese Verkürzung habe ich erwartet... wenngleich eher von gewissen Zeitungen und nicht von politisch interessierten Netzbewohnern.


P.P.P.S.: Sehr gefallen hat mit die Formulierung von
Oliver Kels: „Die Kriminellen sollen verfolgt und die entsprechenden Seiten gelöscht und nicht nur besser versteckt werden.“


Frage

Ich arbeite bei einem grossen Webhoster.
Ab und an stossen Normalsurfer auf Inhalte, die sie für Kinderpornos halten.
Dann schreiben sie uns.
Dann prüfen wir und nehmen - sollte es sich tatsächlich um solches Material handelt - die Seite sofort vom Netz.
Wenn es sich nicht um illegales Material handelt, wir es aber für moralisch grenzwertig halten, kündigen wir dem Kunden fristgerecht.

(nebenbei: Nicht, dass das oft vorkommt. Seit 2000 kann ich mich an EINEN tatsächlichen Kinderpornofall erinnern und vielleicht 2 oder 3 mit streng genommen legalem aber grenzwertigem Material, das zur Kündigung führte. Wir hosten bei uns mehrere MILLIONEN Webseiten)


Nun die Frage:
Wenn jetzt Dank der Laienministerin der normale Bürger solche Seiten tatsächlich nicht mehr durch rumsurfen zu Gesicht bekommt (das der gezielt an Kinderpornos Interessierte die „Sperren“ umgehen kann ist ja unstrittig) und uns daher auch nicht meldet, ist das Kinderpornomaterial dann schneller aus dem Netz oder bleiben die Seiten dann potentiell viel LÄNGER online?

Naaa?


Also mal abgesehen von der ganzen Zensurproblematik: Kann es sein, dass das Familienminsterium den Pädophilen aus Versehen hilft?

An das BKA: Bitte... ruft doch einfach bei mir an ja? Echte Kinderpornoseiten (sollte es welche bei uns geben) nehmen wir auch ohne langes rumgeeiere vom Netz. Ich mein RICHTIG vom Netz. Unerreichbar. Auch für den interessierten Pädophilen, nicht nur für Hänschen Doof.
Und ich kenne keinen Provider, der nicht genau so handeln würde.

Also, warum ruft ihr nicht an?

Zu kompliziert? Sperrliste zusammenstellen macht weniger Arbeit?

Ach so.


Letzte Anmerkung:
Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, kommentiert: "Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums."

ACH SO!



Phisik

Kommentar im Gästebuch auf einer Seite über Modellautos:

„Kommentar von Jekson, 13.11.2008:
Danke du hast mir in Phisikgeholfen“


Irgendwas sagt mir, dass Jekson sich Jackson nennen würde, wenn er Bescheid wüsste.

Es geht IMMER noch ein bisschen blöder! Teil 2

Das Paralleluniversum hat wieder zugeschlagen. Der bekannte Fettstaubschichtfernseher in meiner Vorzugsfresseria beaufschlagt mich und meine holde Maid wieder mit unglaublichem Material. Erneut brauche ich Minuten um zu kapieren, worum es geht.

Oder eigentlich STUNDEN, denn selbst als ich die Mattenhütte (für euch Nixahner: Matte = Pizza) bereits lange verlassen habe und mit dem Batmobil gehn Heimat rolle, verhindert eine partielle Hirnlähmung, dass ich das Gesehene verarbeiten kann.

Also, ich schildere das einfach mal, ihr dürft euch dann selbst in Bild machen.

Stufe 1
Ein Haufen Girlies im aktuellen 08/15-„ich bin ja sowas von Sexy“-Look turnen vor einer Kamera rum, um ein Musikvideo aufzunehmen. Offenbar irgendeine US-Retorten-Girlie-Band. Das ganze natürlich auf unserem liebsten Zeittöterkanal MTV. Glaube ich zumindest.

Stufe 2
Nee, es sind zwei Haufen Girlies. Die stehen irgendwie in Konkurenz. Ich bekomme das zuerst nicht mit, weil die Frauen-Imitatorinen alle mehr oder weniger gleich aussehen und ausserdem wohl noch zwischendrin die Klamotten wechseln. Es hat hat daher keinen Zweck, sich so Eselsbrücken zu bauen wie: „Die mit dem lächerlichen Schuluniformröckchen“.
Also eine Castingshow.

Stufe 3
Okay, langsam habe ich es. Es handelt sich um zwei Gruppen, die selbst ein Muskvideo nachspielen... äh... drehen müssen. Denn es wird auch gezeigt, wie sie mehr oder weniger selbst am Rechner das Video schneiden. Und offenbar haben sie dazu auch nicht beliebig Zeit. Auf einmal: KATASTROPHE! Bei einem Team stürzt der Computer ab! Alle starren gebannt auf den Bildschirm mit wirren Zeichen. Ich erkenne: Ein Mac. Kernelpanik. Verwendetes Programm iMovie. Okay, kein Thema, Neustart, viel dürfte ja nicht weg sein, da Autosave.
Aber nix: Alle starren lange auf den Bildschirm. „Oh my God. The computer crashed!“ Grossaufnahme wie alles auf den Bildschirm starrt. Einzelinterview mit einer der beteiligten Kleiderständer: „and then OH... MY...GOD! The COMPUTER crashed. I thought: Oh my God! The computer... CRASHED you know!“ Schnitt zurück zur Situation. Immer noch machen alle entsetze Gesichtsausdrücke und sehen auf des Kernels Pudel.

Hier kürze ich die tolle Dramaturgie dieses mitten aus dem Leben gegriffenen Geschehens etwas ab. Es geht einfach munter weiter so, alle dürfen nochmal „oh my god“ sagen und diverse „sexy“ Kleider vorführen und ein bischen rumjammern wie hart das alles ist.

Stufe 4
Obwohl der COMPUTER GECRASHED ist -OH MY GOD!- haben es beide Teams geschafft, das Video ist fertig oder die Zeit um oder der Gaffe alle oder so.
Ich hab ein taubes Gefühl im Mund. Hat das was zu bedeuten?
Auftritt Jury.
Die besteht aus irgendeinem pseudoharten aber schon leicht angealtertem Rockerrebelldarsteller, eine Mischung von Jon Bon Jovi und Axl Rose und einer gehörigen Portion Poserrock. Komplett mit Piratenkopftuch und offenem Hemd und ganz wild zerfransten Jeans. Woaa. Voll cool!
Ich kenn ihn nicht.
Der Typ greift zur Klampfe und singt 45 Sekunden einige Auszüge aus Retortenrockbalade Typ 14b, dazu wird das Video von Gruppe A eingespielt. Sowohl Musik als auch das Video sind billige Kopien tausendmal gehörter und gesehener Sachen.
Dann das Ganze noch mal mit Video von Gruppe B, die „Team Fallen“ heisst. Den Namen werde ich erst Stunden später kapieren. Die Musik ist diesmal die Nachbildung „harten Rocks“ und das Video kommt „total sexy“ rüber, sprich die Deppinen aus „Team Fallen“ haben die kürzeren Röcke an und halten den Hintern in die Kamera wärend sie phantasielos zur Musik „tanzen“.


Stufe 5
Team Fallen hat gewonnen. Jetzt wird erstmal eine Weile rumgebitcht, „How can this be fair“ und so weiter.
Aber nun kommt die überraschende Wendung: Es geht hier nämlich nicht um die Bildung einer Girliegroup oder um die Besetzung der Backgroundtänzer in Rockerrebelldarstellers nächstem Video... nein!
Vielmehr geht’s darum das die „Chefin“ des Gewinnerteams ein Date mir dem schon leicht angequollenem Jon Bon Rose bekommt.

- stechende Kopfschmerzen überfallen mich -

Stufe 6
Es ist offenbar Zeit vergangen, ohne das ich es mitbekommen habe, denn mein Flasche Cola ist leer, die Matte ist kalt. Inzwischen darf die Gewinnerin ihr Glück kommentieren. „Totaly awesom!“ (korrekte Aussprache in etwa „Todely Ossom!“ ) und sie sei ja so „in love“ (verliebt sein = fallen in love... Team FALLEN).
Schnitt: Der Rocker erwartet die Auserkorene. Zur Feier des Tages hat er sich ein helles Piratenkopftuch umgebunden. Es wird alles aufgefahren, was der unerfahrene Möchtegernfrauenflüsterer an Klischetricks auffahren kann. Dezentes Licht., Kerzen, viele Kissen und Schleiervorhänge... obwohl ich mir die Schleiervorhänge eventuell nur Aufgrund der rasenden Kopfschmerzen eingebildet habe. Wenn der das immer so macht, ist auch klar, warum er ne MTV Castingshow braucht, um was zum fi... äh... eine Freundin aufzutreiben.
Ein total tolles Geschenk hat er auch parat: „This is for you...“ Was es ist kann ich nicht erkennen, meine Sehkraft ist aufgrund der blutroten Wolken die mir flimmernd vor den Augen wabern stark eingeschränkt.
Ich kann aber noch erkennen, das sie ihn freiwillig küsst.
Kleine Zwischeneinblendung: Interview mit dem Axl Jovi Imitator. „It’s like we know each other for 900 years“

Ich sehe Stationen meines Lebens vor meinem geistigen Auge. Ich kann mich nicht mehr bewegen.
Eine bleierne Müdigkeit überfällt mich.

In diesem Moment taucht meine holde Maid, die die ganze Zeit mit versteinertem Gesicht in Richtung Fernseher stierte, aus Ihrem Wachkoma wieder auf. Trotz der brutalen Attacke aus der flimmernden Röhre arbeitet ihr Gehirn wie durch ein Wunder noch und irgendwie schafft sie es, uns lebend da raus zu holen. Frauen sind eben letztlich doch härter.

Draussen stellen wir fest, dass wir trotz des Gesehenen noch in Berlin zu sein scheinen.
Uns ist irgendwie sehr sehr kalt, als habe uns der Hauch des Todes gestreift.


Das Batmobil hat Sitzheizung.



Das ist ja mal eine Überraschung!

Die Staatsanwaltschaft München hat also, wie erst jetzt weithin bekannt wurde, Anfang April eine Razzia bei RTL2 durchgeführt und sogar mindestens einen Mitarbeiter des Senders verhaftet. Und zwar wird ihm/ihnen vorgeworfen, in den Jahren 2005 und 2006 insgesamt etwa eine halbe Million Flirt-SMS-Meldungen an etwa 14.000 Flirtsuchende verschickt zu haben. Den Nutzern des nur auf RTL2 beworbenen SMS Flirtdienstes soll vorgegaukelt worden sein, mit anderen flirtsuchenden Personen zu simsen. Tatsächlich aber sollen angestellte Mitarbeiter auf 400-Euro-Basis auf die SMSe geantwortet haben.

Na sowas, das hätte ich NIE gedacht.! Ich glaubte bisher, das all die echt „heissen Girls“ in Deutschland VORWIEGEND SMS-Dienste zum Kennenlernen von bierbäuchigen Schnauzbarträgern in den späten 40ern... äh... verklemmten pickligen GTA-Spielern... nee... Moment... „netten Boys“! verwenden.

Nicht wahr?

(und wo wir gerade dabei sind: „simsen“ ist ja ein echt bescheuertes Wort, aber man will ja mit der Zeit gehen)

(nochwas: Mir ist aufgefallen, das Blechkuchen mit roten Früchten durch Schlagsahne sehr gewinnen, Apfelkuchen aber nicht und Käsekuchen gar nicht)

Frage

Der Herr SASCHALOBO fragt:

Nur noch mal für mich zur Vergewisserung: Ich dürfte also mit 14 Jahren anfangen, großkalibrige Waffen zu benutzen und dann als 21jähriger Sportschütze mit einem Kofferraum voller halbautomatischer Waffen und 0,4 Promille auf der Autobahn mit 320 km/h vom Schützenfest zum CSU-Parteitag fahren - aber Computerspiele sollen verboten werden?

Dem habe ich nix hinzuzufügen.