Und das macht des Grillmasters Sohn nervös

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Würde mich auch nervös machen.



Mehr ist Weniger

Mehr Sicherheit ist weniger Sicherheit.

Rauchmelder. Ich habe 3 Stück im Haus verteilt. Bei einem ist die Batterie alle.
Also wechseln. 9 Volt Block habe ich noch, Deckel auf, Batterie getauscht, Deckel zu, fertig.

Nur:
Deckel will nicht mehr zu.
Ich wurschtele mir einen Wolf, der Deckel geht nicht mehr zu.
Ich drehe mit etwas mehr Kraft, Teile brechen ab, aber er geht NICHT zu.
Meine holde Maid versucht es, ohne Erfolg.

Was tun? Ich wiederstehe dem Impuls das Teil weg zu werfen (hatte 11 Euro gekostet) und suche weiter nach der Ursache. Und ich werde fündig.

Es gibt da eine klitzekleine Feder aus Metall, die eine Plastiknase am Deckel blockiert, wenn KEINE Batterie im Fach liegt. Sinn ist wohl, dass man den Rauchmelder nicht ohne Batterie schließen kann.

Es ist aber eine Batterie drin, die aufgrund von Fertigungstoleranzen aber ca 0,3 Millimeter zu klein ist und die Feder nicht weit genug aus dem Weg schiebt. Also lässt sich der Deckel nicht schliessen. Okay, ich stopfe ein bischen Papier neben die Batterie, dann geht es wieder.

Soweit so gut.

Nur: Ich wollte den Rauchmelder FAST WEGWERFEN.

Dann hätte ich da auf Wochen oder (seien wir mal realistisch) Monate GAR KEINEN Rauchmelder gehabt.

So, jetzt macht sich jeder bitte selber eine Matrix auf und vergleicht die verschiedenen möglichen Zustände der Gesamtsituation. Kommt ihr da nicht auch zum Eindruck, dass im Gesamtsystem die Sicherheit durch diese kleine Feder eher abnimmt anstatt zunimmt?

Ist wie mit vielen anderen "Sicherheitsmaßnahmen", die die Sicherheit zunächst zwar erhöhen, aber ab einem bestimmten Level die Situation verschlimmern.

Noch ein Beispiel über das ich gestolpert bin:

Hatte mal so einen hydraulischen Holzspalter geliehen. Dessen Stempel kommt bei Betätigung sehr langsam runter, aber eben mit 6 Tonnen Druck. Wer da seine Hand drunter hält und schön geduldig eine Minute zusieht, wie das Teil runterkomt und sein Hand nicht wegzieht, der hat hinterher Fingersalat.

Um das zu verhindern, kann man die Maschine erst einschalten, wenn man zwei Handbügel zusammendrückt, die recht weit weg sind vom Spalter. Soweit so gut. Ich schon ein bischen doof, weil man jetzt keine Hand mehr frei hat, um z.b. schiefe Holzstücke fest zu halten. Ausserdem dauert alles nun sehr lange, denn man kann diesen Spaltstempel nicht hochfahren lassen und wärend dessen schon ein neues Holzstück holen. Aber gut, was tut man nicht alles, damit man nicht aus versehen ne Minute lang zusieht, wie sich der Spaltstempel einer auf dem Spalttisch richtig platzierten Hand nähert, um sich dann zu verletzen.

Die Handgriffe dieser Bügel liegen aber in dem Bereich, in den gespaltenes Holz fallen könnte. Und wenn der Spaltarbeiter dann keine Handschuhe anhat und sich überdies doof stellt, kann ihm ein schwers Stück Holz auf die Hand fallen.

Um das zu verhindern, haben die Handgriffe Schutzbleche, die den oberen Bereich abdecken. Leider kann man dadurch die Handgriff nur noch von vorne, aber nicht von oben anfassen.

Und leider sind die Hebel in ca. ein Meter Höhe angebracht. D.H. ich kann - wenn ich vor dem Gerät stehe - auch nicht von vorne anfassen, soweit reichen die angewinkelten Arme nicht runter. Es sei denn, ich beuge meine Oberkörper vorne über. Das will ich aber nicht, weil dann nämlich mein Gesicht in die Nähe des zu spaltenden Holzes rückt. Und irgendwas absplitterndes am Kopf finde ich noch etwa schlecher als Holzscheit fällt auf Hand.

Und die Bügel sind auch so weit ausseinander, das man nicht etwa einen mit dem Bein drücken kann und nur den anderen mit der Hand... so schlau waren die natürlich auch schon, das konstruktiv unmöglich zu machen.

Also muss ich vor dem Geräte in die Knie gehen. Wirklich! In so einer scheiss gebückten Haltung in den Knien einfedernd.

Das habe ich ungefähr 10 Minuten lang gemacht.

Und dann habe ich eine Rolle Gaffertape geholt und einen Bügel festgeklebt.

Fertig.


Jede Sicherheit wird solange vorrangetrieben, bis sie ein Maximum erreicht. Wenn man es dann noch ein kleines bischen sicherer machen will und auch sehr abwegige Probleme noch berücksichtigt, fällt die Sicherheit plötzlich wieder stark ab, weil die Behinderung des praktischen Arbeitens so gross wird, dass die Leute Umgehungstrategien entwickeln: Festbinden, festklemmen, abklemmen, zukleben oder im Zweifel einen Rauchmelder der an sich völlig in Ordnung ist wegwerfen.


Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass mindestens die Hälfte von so Kram aus irgendwelchen EU Bestimmungen resultiert, die sich Leute ausgedacht haben, die in Brüssel Sessel wärmen aber selber noch nie einen Holzspalter benutzt haben.

Hoffentlich zeigt denen nicht mal jemand eine Axt.