Frankreich tut was für den Tourismus

Ich fasse die Vorgeschichte mal ein bisschen zusammen, quasi: "Was bisher geschah!"

Der Online Spiegel brachte kürzlich (nämlich am 18.07.2008) unter der Überschrift "FRANZÖSISCHE PRESSE-UNFREIHEIT
Jagd auf die Auto-Jäger" einen Artikel, nach dem ein Fotograf einer Autozeitung verhaftet worden sei, weil er einen Erlkönig von Renault fotografiert habe und ausserdem seien die Räume der Zeitung durchsucht worden. Die Anschuldigungen lauteten auf Industriespionage und Hehlerei.

Dachte sich der Grillmasda (also ich), och, das ist aber komisch. Wenn ich in Frankreich also mal meine Holde knipse wie sie neckisch an einer alten Kirche lehnt oder so und im Hintergrund fährt Renault einen Erlkönig spazieren, werde ich dann später verhaftet und eingebuchtet?

Das wollte ich aber genau wissen und hab daher mal bei Renault und der französischen Botschaft nachgefragt, was denn die exakten Umstände seien, also ob die Schilderung des Artikels zutreffend sei und ob das so usus sei, Journalisten zu verhaften, weil sie Fotos von Autos machen. Und weil auf der Webseite der französischen Botschaft für Fragen von Touristen auch eine Mailadresse der Webseite "http://de.franceguide.com/" ("Offizielle Informationsseite über Tourismus in Frankreich") angeben war, haben die meine Anfrage auch bekommen.

Soweit so harmlos.

Als erstes hat Renault geantwortet. Die kannten den Vorgang offenbar schon, denn die haben das Subject meiner Mail ("Anfrage bezüglich angeblicher Verhaftung von Journalisten") auf den Namen der Autozeitschrift ("Auto Plus") geändert, die ich selber in meinem Schreiben nicht erwähnt hatte. Klingt so, als war ich nicht der Erste der nachgefragt hat.
In ihrer Antwort hat Renault mir mitgeteilt, der Vorgang sei nicht gewesen wie im Artikel dargestellt, z.B. seien die Fotos nicht auf offener Strasse geschossen worden und auch nicht von einem normalen Erlkönig, sondern von einem Prototypen auf dem Werksgelände in nicht der Öffentlichkeit zugänglichen Räumen, und Konstruktionsunterlagen seien auch kopiert worden. Ferner habe Renault gegen unbekannt Anzeige erstattet, nachdem hausinterne Versuche, die undichte Stelle zu ermitteln fehlgeschlagen seien.

Okay, klingt schon ein bisschen anders.

Davon stand im Spiegel Artikel nichts drin, was mich - nach Erfahrungen aus der Vergangenheit auch mit Artikeln des Spiegel und Online-Spiegel - nicht sonderlich überrascht. Leider lässt auch der Spiegel gerne mal "unwesentliche" Details weg, die die Story nur unnötig verwässern würden. Der Artikel ist dabei durchaus geschickt aufgebaut, denn die Behauptung, dass es ein Erlkönig auf öffentlicher Strasse gewesen sei wird explizit nicht aufgestellt, und WO die konkreten Fotos genau gemacht wurden wird letztlich genau nicht erwähnt. Durch die mehrfache Nutzung des Begriffs "Erlkönig" wird da eben nur ein bestimmter Eindruck erweckt.

Ohne das kleine Detail, das die Fotos ohne Erlaubnis auf dem Renault Firmengelände gemacht wurden, klingt´s halt alles schon etwas fetziger, gell?

Aber das wollte ich alles gar nicht berichten, weil so aufregend nicht.

Lustig ist aber die Antwort von Franceguide.com ("Offizielle Informationsseite über Tourismus in Frankreich").
Von dort antwortete mir nämlich jemand mit der Absenderadresse info.de@franceguide.com und von der IP 213.23.161.50 kommend,
die aus dem Netz des

Maison de la France
Zeppelinallee 37
D-60325 Frankfurt

stammt, folgende locker flockige Entgegnung:

De quoi elle se mêle !
Pour info
AG


Wörtlich übersetzt heisst dieser nette kleine Reim:
"Was geht sie (weiblich Form, nicht Höflichkeits-Sie) das an!"
und bedeutet in etwa "
Kümmere dich um deinen eigenen Kram!"

Was mit "Pour info AG" genau gemeint sein kann, entzieht sich mir, vermutlich: "zur Information, Unterschrift: AG"

So oder so: Für die "Offizielle Informationsseite über Tourismus in Frankreich" und das Maison de la France schon mal eine klare Ansage!
Über so viel Fachkompetenz zum Thema Tourismusförderung musste ich dann doch lachen.




Grossartig!

Heute zufällig auf dem Blog eines Herr Niggemeier folgendes gesehen.
9-Live macht ja so Geldverlosungsspiele ("Das Geld ist Heute auf Ihrem Konto!"). Neuster Gag ist folgender: Wenn das Geburtsdatum des Anrufers mit dem Datum übereinstimmt, das der Moderator im Moment des Anrufs durch abreissen auf einer Art Kalender "zufällig" präsentiert, bekommt man fett Kohle.
Klingt wie 1: 365, gar nicht mal so ne schlechte Chance.

Am 9. Juli rief z.b. jemand an und als der Moderator dann das Kalenderblatt abgerissen hat kam dann dies:


filmquiz

31. Juni … Der Anrufer hatte leider an einem anderen Tag Geburtstag … leider nicht gewonnen. So ein Pech aber auch!

Richtig konsequent finde ich das aber nicht. Besser fände ich, wenn
1. auch Tage die es in KEINEM Monat gibt
2. Monate die nicht existieren
verwendet würden.

Also z.b. 33. Oktember oder 987. Flunz