Da habe ich ja nur drauf gewartet!

Ja!

Homöopatische Mittel gegen Radioaktivität!

Die wichtigsten Mittel bei akuter Strahlenbelastung!


Das ist kein Witz! die meinen das ernst!

Sowas ist doch das Ende jeder Satire.

Leute!
Homoöpatische Mittel gegen Radioaktivität!
Und zur Unterstützung der durch Tsunami und Erdbeben schon genug gebeutelten Japaner will der Autor der Tipps das Ganze in's Japanische übersetzen lassen! Oh ja, das ist Hilfe, die die Japaner jetzt brauchen!

Was soll man da noch sagen?
Ich würde ja sagen: "Ich wander' aus!"
Aber wohin? In die USA geht nicht, da haben die Leute an der Westküste die Vorräte an Jodpräparaten aufgekauft! Wegen der Strahlenbelastung aus Japan!

Das bedeutet, dass in den USA tatsächlich Leute wegen der Atomkatastrophe in Japan sterben, nämlich die, die sich selber mit Jodpräparaten vergiften. Schätzungen sagen, dass das in Californien ca. 5 Leute betreffen wird. So gesehen haben die Homöopatische Mittel schon einen deutlichen Vorteil: Sie haben keine Wirkung, da kann also nichts passieren!


Anderes Thema:
Ich will meinen vor 20 Jahren verstorbenen Hund zurück. Der war intelligent.

I'm already sweet!

40. ICANN Meeting

Vorletzter Tag in San Francisco.

Es regnet, als würde einer von oben Eimer runterschütten. Der Vergleich ist hochgradig unoriginell aber treffend. Die Leute laufen mit Regenschirmen rum, die sie angesichts des gleichzeitigen Windes nicht unter Kontrolle haben. Man muss sehr auf seine Augen aufpassen, sonst hat man da leicht mal Schirmteile drin stecken.

In Starbucks lungern trotz vorgerückter Stunde allerlei Typen rum, die versuchen abzuwarten bis es zu schütten aufhört. Einer pennt vor seinem Latte Mokka Hazelnut in der Grösse "tall" (das ist die kleinste, obwohl tall so viel wie "hochgewachsen" oder "gross" bedeutet). Ich habe irgendwie Angst das er gleich vom Barhocker fällt. Passiert aber nicht, er hat "sitzend pennen ohne Bewegung" drauf. Der könnte auch tot sein. Die beiden Angestellten sind beides Mädchen um die 20, die sich aber - wie in den USA keine Seltenheit - von der Stimmlage anhören wie 6 jährige Schulmädchen.

Sie erzählen sich irgendwelchen Teeniescheiß, und da wo im Deutschen so nervend "Und ich so blabla und er so laber laber" verwendet wird, setzt die US-Teenfiepse gekonnt "And then like yada yada, and then like…" ein.

Beides eigentlich nicht so schlimm., wenn es nicht in 15 Minuten jeweils ca. 20 mal gebracht würde.

Draussen fliegt ein Schirm vorbei. Keiner hastet ihm nach, lohnt auch nicht, das Teil ist bereits halb zerfetzt und bei Wallgreens kostet ein neuer 5$.

Im Starbucks sind 4 gelbe Warnhinweisschilder aufgestellt, dass der Boden glatt sein könnte wenn er nass ist. Mehr passen eigentlich auch nicht rein, es ist ein kleines Starbucks.

Ein Typ kommt rein, Ende 30 vielleicht, mit einer "ich tu alles um bei Frauen keine Chance zu haben" Haarpracht, die aus einer leicht gelockten VoKuHiLa Frisur (in den USA "Mullet*" genannt) mit grosser Kahlstelle am Hinterkopf besteht.

Zuerst bestellt er "Dry Water" und nach diesem sensationellen Eröffnungsscherz lehnt er Schlagsahne auf seinem Kakaomischmokka-irgendwas-heissgetränk mit den Worten ab "No, I'm already sweet enough."

Das ist so doof, dass sich nicht mal Fiepseteenie zu einem kundenfreundlichen Grinsen durchringen kann.

Ich will ihm mal zugute halten, das er vielleicht nur generft von den ständigen Nachfragen ist. Man kann in den USA nicht einfach was bestellen, weil man immer Nachfragen an den Kopf geworfen bekommt; etwa ob man mit oder ohne Sahne, mit oder ohne Gewürzgurke haben will, was zu essen dazu oder was zu trinken dazu oder nicht lieber das Valuemenu: mit grosser oder kleiner Cola? Mit grossen oder kleiner Portion Fries? Oder mittlerer? For here oder to go? Da erstaunlich viele Angestelle im Gastrobereich wesentlich schlechter englisch sprechen als ich, können die nachfolgenden Gespräche mitunter sehr langwierig werden.

Ich geh raus und draussen läuft von der Markise gut getimed ein Schwall Wasser auf mich herab, genau zwischen Kapuze und Jacke, also an eine Stelle, die bisher seltsamerweise trocken geblieben war.
Eine Frau kriegt's mit und ihr Gesicht drückt Anteilnahme aus, da klappt ihr Schirm um, verharrt in umgeklappter Stellung für einen kurzen Moment und löst sich dann mit der nächsten Windboe unter leise reissenden Geräuschen irgendwie auf, bis er wie eine Mischung aus Putzlappen und verbogenen Drahtkleiderbügeln aussieht.

Für einen Augenblick sind wir die besten Freunde auf der Welt.





*
Den Begriff "Mullet" für die Frisur sollen sich Mitte der 90er die Beastie Boys ausgedacht haben. Vorher war "hockey hair" weiter verbreitet, da sie angeblich bei Eishockesspieler beliebt war.




.xxx

40. ICANN Meting


Wenn ich mal was fachliches erzählen darf:

Das ICANN Board hat soeben der .xxx Porno-Toplevel-Domain zugestimmt.

Die meisten scheinen das zu feiern, ich bin mir da nicht so sicher. Ich sehe "willkommene Anlässe", ganze TLDs zu filtern.

Und mir fallen auch gleich einige Regierungen und "offizielle Stellen" ein, die da bestimmt auch seltsamste Meinungen zu haben werden.

Die Zeit wird zeigen, ob das letztlich so schlau war.











Wendy-di-häwit

40. ICANN Meeting, Zeitzone minus neun Stunden, ich bin also entsprechend gerädert.

Im Nachbaraum des wie immer total überteuerten Tagungshotels residiert ein Inder, der ab 5 Uhr Ortszeit anfängt zu telefonieren. Er ist sehr erregt und ich kann in meinem Zimmer trotz "Wand" dazwischen das Gespräch inhaltlich mitverfolgen. Genau genommen weiss ich nicht ob es ein Inder ist, das erschliesse ich nur aus dem Akzent und der Sprachmelodie. Zum Glück habe ich so Gummiohrstöpsel mit. Ich muss um 7 Uhr aufstehen. Als ich die Stöpsel rausehme stelle ich fest: Er telefoniert immer noch.

Ich geh Duschen und dann frühstücken (ebenfalls total überteuert, aber die anschliessende Sitzung dauert bis Abends, da muss ich irgendwas essen). Als ich mein Hotelzimmer in Richtung Frühstück verlasse redet er immer noch. Ich weiss jetzt, welcher SMS to Mail Service derzeit Probleme hat. Noch am Fahrstuhl kann man ihn hören.

Im Fahrstuhl selbst neue Bespassung, es spielt einer das "Hallo? Ich bin im Fahrstuhl, daher ist der Empfang so schlecht, hallo?" Spielchen.

Nach dem Frühstück schnell noch mal ins Zimmer, Zähne putzen. Bisher hatte ich immer das Problem, aus dem Fahrstuhl kommend erst eine Sekunde überlegen zu müssen in welchen Gang ich gehen muss, aber der Inder telefoniert immer noch, prima Wegweiser.

"They are then stuck in our out queue and get not delivered..." lalala.

Wenn er nach drei Stunden telefonieren noch nicht weiter als bis zu dieser Erkenntnis gekommen ist, kann's ja noch ne Weile dauern.

Auf dem Fahrstuhl nach unten steht ein Mann der sich eine Telefon an die Backe hält und eine neue Variante der "Im Fahrstuhl telefoniert es sich manchmal nicht so toll" Nummer gibt:

Im Abstand von ca. 4 Sekunden sagt er die ganze Fahrt über mehrfach in sein Telefon "Wendy-di-häwit?"
Sonst nichts. Bis wir unten sind schafft er das 4 Mal. Als ich austeige, bleibt er drin, obwohl der Fahrstuhl jetzt wieder nach oben fährt und mit dem Schließen der Tür höre ich noch "Wendy...."

Das war der Anfang des Tages, jetzt gehts weiter mit einer Sitzung, die sagenhafte 10 Stunden dauert.

Ich freu mich.

Update: Nächste Nacht war das Selbe, nur dass der vermutliche Inder um 01:00 Uhr anfing zu telefonieren.





Japaner im Fahrstuhl Teil 3

40. ICANN Meeting in San Francisco

Japaner im Fahrstuhl. Drei Frauen mit riesigen Koffern. Sie tragen alle Mundschutz. Ob sie sich vor den Atomkraftwerken schützen wollen oder mich vor Ihrer Erkältung weiss ich nicht.

Ich frage sie, ob sie jetzt nach Japan zurückfliegen wollen.

"Yes yes, Japan"

Ich versuche mein Mitgefühl auszudrücken und auch meine Sorge, dass das vielleicht ein schlechte Zeit ist. Ich bin eigentlich sogar erstaunt, dass es überhaupt schon wieder Flüge gibt. Das letzte grösser Nachbeben war doch gestern oder nicht?

Die Japaner sehen mich etwas verständnislos an.


Ich versuche es nochmal und verweise darauf, dass in den Atomkraftwerken Kernschmelze droht. Immerhin wohnt man egal wo in Japan nicht gerade weit weg von den Teilen.

Sie sehen mich immer noch verständnislos an, doch plötzlich sagt eine:

"Ahh... Tsunami. Hihihi!"

Ich sage:
"Ja, Tsunami und Nuklearkatastrophe und Atomkraftwerke kaputt und Flughafen zerstört und so weiter. Geht's euren Familien gut?"

Die Frauen sehen sich an, nicken sich gegenseitig zu und rufen alle Reih um: "Yes yes, Tsunami"

Und kichern.

Ich vergesse auszusteigen und lande im falschen Stockwerk.

E10 Plus V-PowerFuelsafer Premium 95/98/100 ROZ Benzin

Tank leer. Das Batmobil braucht Diesel, deswegen habe ich mit der Frage, ob die Legende (aka mein 17 Jahre alter 106XSI) den Nahrungsmittelsprit verkraftet oder nicht noch gar nicht befasst. Ja, ich habe das Thema irgendwie richtiggehend verpennt.

Heute aber bin ich mit der Legende unterwegs und der Tank ist leer.

Ich fahre also zu einer Shell-Tanke und will nachfüllen. Das Gerät braucht Super.
Super gibt's bei Shell aber nicht, weder mit E10 noch ohne.

Anstelle dessen gibt es Spritsorten die V-Power oder FuelSave oder Fuelsafe oder so heissen. Die Zapfhähne überbieten sich in bunten Aufklebern, die von den ebenso bunten Aufklebern an der Zapfsäule allerdings abweichen. Ist V-Power nun Diesel oder? Ich kriege nach 15 Sekunden rumrätseln raus: V-Power gibt's als Diesel und als Normalbenzin. FuelSave aber auch! Oder halt, also ich meine nicht Normalbenzin, das gibt's ja gar nicht, ich meine als SuperPlus. Nein halt, es ist auch nicht Super Plus sondern SuperPlus-Plus quasi. Super Plus hingegen gibt's nicht.
Super auch nicht, das heisst FuelSave Super, ist lauf Aufkleber an der Pistole aber FuelSave E10. An der Preissäule gibt's auch Super ohne E10, an den Zapfsäulen nicht. Oder ich finde es jedenfalls nicht.

Ach ja, Diesel gibt es ja auch in 2 Sorten, jedenfalls soweit ich das sehen kann. Einmal FuelSave Diesel, das dem Namen nach also Sprit spart, und V-Power Diesel, das auch irgendwas tolles bringt. Vielleicht spart das auch Sprit. Die Cetanzahl (quasi Oktan für Diesel) ist aber gleich. Ach ja, eines von beiden ist deutlich teurer, ich habe vergessen welches.

Nach 30 Sekunden habe noch nicht raus, was ich tanken soll. Das mag nicht so lang erscheinen, aber für mich ist das ELEND lang, besonders im Vergleich zu früher, wo man an eine Säule gefahren ist an der "Super" stand und das Zeuch dann eben in die Karre gefüllt hat.

Liegt's an meiner generellen Ungeduld mit so Quatsch, an der vorgerückten Abendstunde oder nur daran, das ich langsam senil werde?

Gerade als ich beginne schlechte Laune zu bekommen - der Kassierer sieht mir interessiert zu wie ich ein bisschen debil vor den Zapfsäulen hin und her tanze - da habe ich eine prima Idee, wie ich das Problem löse:

Ich kletter in's Auto und fahr zu einer anderen Tanke.
Eine die noch Sprit mit den altbekannten Namen hat.