Fuckparade

Heute hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig festgestellt, das die Fuckparade 2001 eine Demonstration gewesen wäre und die Verwaltungsbehörde die Anmeldung hätte annehmen müssen. Es sei im Gegensatz zur Auffassung des Polizeipräsident in Berlin keineswegs zweifelsfrei auszuschließen, dass die Veranstaltung mit Blick auf ihr Gesamtgepräge für einen Außenstehenden erkennbar auf die Teilhabe an der öffentlichen Meinungsbildung gerichtet war.
Die Verwaltungsbehörden hatten 2001 ja argumentiert, das der unbeteiligte Beobachter die Fuckparade nur für eine Art Strassenparty halten würde und gar nicht erkennen könne, dass es eine Demonstration sei.
Dem schloss sich das Gericht nicht an:
Die Fuckparade wäre daher auch in der geplanten Form ohne Redebeiträge eine Demonstration im Sinne des Versammlungsrechts gewesen (BVerwG 6 C 23.06).

Es war ja wie bekannt 2001 dann schliesslich zu einer ersatzweisen Demonstration gekommen, die durch die Behörden mit teilweise geradezu absurden Auflagen versehen war: So durften unter anderem keine Radios oder andere Musikabspielgeräte mitgeführt werden. Die Polizei hatte daher grossflächig um den Veranstaltungsort der Demo bei Demonstranten und zum Teil auch Passanten Radios, tragbare CD Player, MP3 Player und ähnliches eingesammelt.

Das hat schon eher an Repressalien totalitärer Staaten und Diktaturen erinnert als an die demokratische und freiheitliche BRD.

Ich war damals selbst zugegen und war, muss ich sagen, schon sehr geschockt, dass es in Deutschland offenbar möglich ist, Leuten legal Radios und CD Player weg zu nehmen.


Siehe dazu auch:
http://www.hauptstadtblog.de/article/3336/

Volldeppen at Work Teil 2

Kürzlich folgendes passiert:

Mutter einer Bekannten gestorben. Bekannte auf Hartz IV. Kann also Beerdigungskosten nicht zahlen, muss auch Erbe ausschlagen, da Mutter vermutlich letztlich nichts hinterlässt und daher eher das Risiko besteht, das noch Kosten auf meine Bekannte zukommen.
Das Sozialamt übernimmt glücklicherweise Teile der Beerdigungskosten (nicht freiwillig natürlich, ist gesetzlich so vorgesehen).

Beerdigung durchgeführt.

7 Monate danach meldet sich das Beerdigungsinstitut. Wo denn das Geld bleibt. (naja, das ist bereits eine verkürzte Darstellung, in Wirklichkeit hat das Beerdigungsinstitut trotz anliegender Telefonnummer ohne weitere Vorwarnung oder Nachfrage ein Inkassounternehmen beauftragt.)

Meine Bekannte, die IHREN Anteil längst bezahlt hat also zum Sozialamt mit den Schreiben des Inkassounternehmens. Nachgefragt was mit dem Geld ist. Sozialamt: "Äh tja, äh, die Zahlung ist noch nicht raus… äh… (wir erinnern uns: mehr als ein halbes Jahr später!). Aber wir überweisen jetzt sofort!

Kaum zu glauben, das Sozialamt hat dann auch tatsächlich überwiesen!


So und JETZT kommt die Rätselfrage:
WOHIN HAT DAS SOZIALAMT ÜBERWIESEN?

1. Auf das Konto des Beerdigungsinstitut.
2. Auf das Konto des Inkassounternehmens.
3. Auf das Konto meiner Bekannten, auf das sie die ausstehende Summe selbst begleicht.
4. Auf das Konto der seit nunmehr 8 Monaten toten Mutter, auf das niemand mehr Zugriff hat.

Naaaa?

Richtig.
4.

Ich finde es generell ne super Idee, Beihilfen zu Beerdigungskosten auf das Konto der Verstorbenen zu überweisen.
Da gibt's dann einfach keinerlei Zweifel an der abgrundtiefen und geradezu absurden Dummheit der deutschen Bürokratie.

Im Falle, dass das Erbe ausgeschlagen wurde und die Nachkommen somit keine Kontovollmachten mehr haben ist's natürlich eine noch gröbere Dummheit und ein prima Beweis, das selbst der absurdeste Schwachsinn noch steigerungsfähig ist.

Verstehe ich nicht

Telekom wird bestreikt.

Als Folge davon würden Aufträge verzögert bearbeitet, Anschlüsse blieben liegen, Störungen würden nicht beseitigt und Servicecenter der Telekom seinen schwer erreichbar.


Ja, schon klar alles, nur was hat das mit dem Streik zu tun?

Erfreut euch an E-mail, so lange es noch geht

Ich bin jetzt endlich auch unter die Endzeitpropheten gegangen: "Das Ende ist nah"

Aber welches Ende?
Keine neue Theorie und auch nicht meine: Das Mailsystem so wie wir es kennen klappt demnächst zusammen. "Demnächst" ist vielleicht schon in 2-3 Jahren.

Warum?

Im Hintergrund, ohne dass der gemeine Nutzer sich die Ausmasse vorstellen kann, tobt ein Krieg zwischen ISPs und Spamern, der nicht zu gewinnen ist. Vor allem nicht für den Endnutzer oder die ISPs. Als "Kolateralschaden" wird E-Mail über die Klinge springen.

Eine unangenhem Eigenschaft von Spam ist, daß erfolgreiche Filterung das Aufkommen von Spam ERHÖHT, da der Spamer immer mehr Mails senden muss, um noch zum Endkunden durchzudringen.

Ausserdem befinden wir uns in einer Rüstungsspirale dergestalt, daß es immer aufwendiger wird Spam sicher zu erkennen. Je mehr ISPs erfolgreich filtern, desdo mehr wird der Spamer sich anstrengen, intelligente Lösungen zu finden, denen der ISP nur mit noch mehr technischem Aufwand (und also auch Rechenleistung und also auch mehr Geld) begegnen kann.

Derzeit liegen wir mitunter bereits bei einem Ratio von über 98,irgendwas zu 1. D.H. von 100 Mails die durchs Internet wandern, ist nur EINE kein Spam!
(in der Presse wird oft noch von "80% Spam" geredet. Doch diese Zahlen sind vom letzten Jahr und aktuell absolut nicht mehr zutreffend). Der Kunde merkt dass nicht sofort, weil bereits beim ISP gefiltert wird, was das Zeuch hält. Daher sieht ein normaler Nutzer ohne eigene Massnahmen oft "nur" ein Ratio von z.b. 30:1; das allein ist schon schlimm genug.

Ich erwarte, das sich das Ratio in den nächsten 12 Monaten auf irgendwas wie 99,9irgendwas zu 1 erhöht, was ja nicht nur ein BISCHEN mehr ist, sondern eine VERZEHNFACHUNG des Spamaufkommens darstellt.

Angenommen z.b. die Filter eines ISPs zusammen mit was immer der Kunde lokal an Filtersoftware installiert hat sieben in 12 Monaten anstatt jetzt (fiktiv) 90% aller Spams dann 99% aller Spams, dann bedeutet dies ja nicht, das der Kunde weniger Spams bekommt (wie viele irrtümlich glauben), sondern vielmehr, das der Spamversender mehr Spams senden muss, um zum Kunden durch zu dringen... und dies natürlich auch tun wird!

Beispielrechnung:
Ein Spamer versendet 1 Million Mails und erreicht bei einer Filtersituation zum Zeitpunkt X damit 10.000 Kunden. Wenn die Provider nun die Wirksamkeit Ihrer Filter verzehnfachen (können), dann erhalten nur noch 1000 Personen das Spam. Der Spamer wird nicht nach versendeten Mails, sondern nach Response bezahlt. Er muss also um an sein Geld zu kommen die Menge der versendeten Mails auf 10 Millionen anheben, um den selben Response zu bekommen. Der Kunde merkt davon nichts. Er kriegt genau so viele Spams wie vorher. Nur der Aufwand auf beiden Seiten hat sich verzehnfacht, die Erhöhung der Wirksmakeit der Filter hat dazu geführt das die Mailserver jetzt 10x mehr Mails verarbeiten müssen, also 10x mehr Resourcen benötigt UND NOCHMAL mehr Resourcen benötigt, weil Filtern(z.B. von Bilderspam) NOCH aufwändiger ist.

Der Spamer sitzt natürlich am längeren Hebel: Es ist für ihn einfacher und billiger seine Mengen zu steigern, ebenso ist es für ihn einfacher Spams zu ersinnen die schwer filterbar sind, als für ISPs Filter zu bauen die das dann doch können. Die aktuelle Multilayer Bilderspams sind sicher ingeniös gemacht. Aber das Prinzip ist so schwer zu ersinnen nicht, das hat vermutlich eine technisch versierter Spammer an einem Nachmittag gemacht. Die Gegenmassnahme hingegene beschäftigt Universitäten im Zuge von Forschungsprojekten.

Dies hat zur Folge, das die Kosten je "echter" Mail und der Filterung von Spam stark ansteigen. Momentan sind wie da noch in Phasen der Verdoppelung je Jahr (nur als Grössenordnung). Es mehren sich jedoch die Anzeichen, das wir bald in den Bereich der Steigerungen um GRÖSSENORDNUNG kommen, mithin um eine Verzehnfachung des Aufwandes pro Jahr. Dies hat natürlich zunächst mal Kostenaspekte. Es gibt also vordergründig zumindest das Risiko, das im Laufe der nächsten 1-3 Jahre die Kosten für das Mailsystem drastisch ansteigen. Diese Kosten werden zunächst mal an die Kunden weitergegben.... bis die ersten Provider nicht mehr mithalten können. Das hat dann die Folge, das kleiner Provider stark benachteiligt sind, nur grosse Massenhoster werden es sich noch leisten können, Ihre Mailsyste ein wenig länger zu härten.

Es wird aber der Punkt kommen, wo auch die Grössten nicht mehr in der Lage sein werden, ihre Resourcen beliebig zu steigern, selbst angenommen, sie würden das Geld selbst drucken; dies allein schon rein deswegen, weil man irgendwann an technische Grenzen stösst.


Das kann 2 Effekte haben:

1. Es wird zu einem Durchschlagen des Spams kommen, d.h. der Nutzer bekommt recht "plötzlich" sehr viel mehr Spam als bisher, sein Ratio wird sehr schnell bis zur Unbrauchbarkeit ansteigen. Als Beispiel (keine fiktiven Zahlen): Ich bekomme jede Woche ca 10.000 Mails, wovon ca. 9000 als Spam (in mehrern Stufen) gefiltert werden. Dennoch sind von den Mails die ich bekomme nochmals ca. 30% Spam. Tatsächlich echte Mails bekomme ich also nur ca. 700 in der Woche oder 100 Pro Tag.

Die Menge der bei meinen Accounts einkommende Spam steigt derzeit jeden Woche um ca. 100.

D.H. in 12 Monaten werde ich ca. 15000 Mails je Woche bekommen. Wenn unser Mailsystem irgendwann nicht mehr in der Lage ist neuere Spams zu filtern, weil wir nicht mehr das Geld oder die Zeit oder die Rechenleistung haben, unsere Filter nachzuführen, dann schlagen die Spammails ab dem Zeitpunkt zu mir durch. Angenommen dieser Zeitpunkt liegt in 6 Monaten. Dann bekomme ich zunächst anstatt bisher 100 echte Mails pro Tag und 30 Spams nach nur einer Woche schon ca. 100 echte Mails und 45 Spams je Tag. Das klingt nicht so viel. Aber nach 6 Monaten sieht die Sache dann so aus: Unser Mailsystem filtert dann für mich bereits 12000 Mails je Woche aus. Trotzdem schlagen 6000 Mails je Woche durch. d.h ich bekomme 100 Mails je Tag die "echt sind" aber 850 die Spam sind und von den Filtern nicht mehr erkannt wurden!

Spätestens ab da ist das Mailsystem für mich unbrauchbar geworden...
und das scheinbar ohne Vorwarnung innerhalb von höchstens 6 Monaten.

2. Es wird früher oder später auch der Effekt kommen, das die Mailsysteme ob der reinen Menge der Mails langsam werden. Selbst wenn wir alle Mails adequat behandeln (also z.b. filtern) sind wir in der Situation, dafür rein physikalisch an Grenzen zu stossen, etwa wegen der maximal gleichzietig offnen Connections, der Geschwindigkeit von Plattensubsytemen oder dergleichen. Die Auslieferung von legitimen Mails wird sich dann sehr schnell von jetzt Sekunden in Minuten und dann Stunden und dann TAGEN verzögern. Spätestens ab da ist das Mailsystem unbrauchbar.

Es ist also so, das die Tendenz der Spamer (als Reaktion auf filtern)

A) die Qualität des Spams zu erhöhen (im Sinne von schwerer Filterbar)
in Kombination mit
B) die blanke Menge der Mails zu erhöhen

zu entweder dem einen oder anderen der obigen Effekte führt, vermutlich aber zu einer Kombination BEIDER Effekt.

Am Ende werden wir auf Mails 3-4 Tage warten UND sie werden von zehn oder hundert mal mehr durchgeschlagenen Spams begleitet.

Dies wird dann das Mailsystem nicht nur für Einzelpersonen sonder INSGESAMT unbrauchbar machen. Ich erwarte, das diese Entwicklung in den nächsten 3-4 Jahren eintreffen wird.

Wie oben dargelegt wird das vermeintlich sehr plötzlich kommen. Innerhalb von 3-6 Monaten wird das Mailsystem buchstäblich zusammenbrechen

Beide Effekte können überigens jetzt bereits beobachtet werden. Jeder kennt

1. den Effekt, das er auf einmal sehr viel mehr Spam bekommt als noch vor einem Monat. Kennzeichned ist, dass der Spam nicht langsam ansteigt, sonder recht plötzlich (oft von einem Tag auf den nächsten) viel mehr Spam kommt.
Diese Menge nimmt dannach für gewöhnlich nie mehr ab. (bei mir sind es derzeit die Pennystock Aktienkaufempfehlungen, von denen ich bis zu 20 pro Tag bekomme. Diese Sache ist vor ca. 6 Wochen erstmals aufgetaucht und lässt sich wegen cleverer Komposition der Mails kaum fassen)

2. Mails plötzlich ohne erkennbaren Grund Stunden oder Tage unterwegs sind (wir erinnern uns an die entsprechenden Fastausfälle bei mehren bekannten Massenhostern, zuletzt hats vor einigen Monaten 1&1 erwischt.) Das belegt, das es bereits jetzt auch für grosse Provider schwierig ist, Reserven bereit zu halten.


Wie viele ähnlich geartete Entwicklungen (Klimawandel, Energieverbrauch, Bevolkerumswachstum) bemerkt dies keiner. Im Hintergrund baut sich eine exponentielle Kuve auf. Bis die Effekte durchschlagen und so für alle sichtbar werden, kann man sich über die Auswierkungen leicht hinwegtäuschen.
Wenn der fragliche Effekt dann eintritt ist es zu spät.

Bleibt der Trost, das der Zusammenbruch des Mailsystems sicher weniger weh tut als die andern von mir genannten ähnlich gearteten Entwicklungen.

Zivte

"Köpi bleibt" Demo:

Ich hab zwar ab und an meine Probleme mit den Leuten im Köpi gehabt, aber zu Demo geh ich trotzdem hin, will meine Solidarität kundtun.
Dort erklären mir bekiffte Berufslooser, ich sei ja bestimmt ne Zivte und totaaal unaufällig und so.
Auf meine Frage woran er das erkannt habe betont ein besonders lässig wirkend wollender Idiot, er habe das daran erkannt, das ich so nervös sei. Klar ich habe gerade besonders nervös ne Currywurst mit Fritten (ich kann mich an das Berliner "Pommes" nicht gewöhnen) eingepresst. Er aber besteht darauf "einen haben wir schon! Jetzt geh nur mal zu deinen Kollegen, damit wir wissen wer hier noch Spitzel ist." Ich wage es gar nicht, einen von den Leuten anzusprechen, die ich kenne, nachher werden die vom lässigen Kifferlooser auch noch als Spitzel verunglimpft.

Im weiteren Verlauf der Demo pasiert mir ähnliches noch vier mal.

Das ist ja nun eine besonders perfide Methode der Polizei: Jetzt halten die mich schon von Demos ab, indem sie Zivilpolizisten die so ähnlich aussehen wie ich -sich aber erkennen lassen- auf Demos senden, auf dass ich bei späteren Demos verwechselt werde und in Misskredit gerate.

Schlauer Plan.

Hat sie aber nicht davon abgehalten, mich 2x zu durchsuchen und sich auch zu vergewissern, das mein Schuhe keine Stahlkappen haben.

Vielleicht muss ich ja echt an meinem Image arbeiten.