Curry und Koks

Erstmals Curry an die Tomatensoße gemacht.
Schmeckt scheisse.
Heute weiss ich es noch nicht, aber in ein paar Tagen werde ich im Netz lesen:


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Re: Totenrede auf Yoolia AG: Die Gesellschaft ist infolge Insolvenz aufgelöst
von Slim_Shady am 18.10.2001
(Userinfo | Artikel schicken)

Mir liegt hier ein farbkopiertes Konzept (Bj. 2000) aus der Bindemaschine der MORE.COM GmbH vor. Die haben damals diese unsägliche Yoolia-Werbekampagne verbrochen und haben Schuld daran, dass niemand wußte, was Yoolia überhaupt sein soll:
"Die Print-Kampagne: Die Kampagnenmotive schließen eine Y-förmige Kokainlinie, einen Y-förmigen Vibrator oder Rosenblütenblätter gestreut in Y-Form ein. Produkteigenschaften und zentrale Yoolia Positionierung der UserPower werden eingängig und eindrucksvoll transportiert."
"Die Banner: Banner Rosen, Banner Koks, Banner Vibrator, Banner Schleuder, Banner Tabletten"
"Positionierung: Yoolia ist ein smarter Online-Agent. Yoolia schützt die Privatsphäre.
Yoolia ist eine Interessengemeinschaft der Nutzer, vertrauensvoll, gebündelt und objektiv."
"Tonality: mutig, vertrauenserweckend, differenzierend, zukunftsweisend, powerful."
(Original-Zitate!)
Pruuust! Wer hat sich denn diese Bütenrede ausgedacht? Die Werbeagentur MORE.COM GmbH!
(Die übrigens NIEMALS die Domain www.more.com besessen hat. So ein Schwachsinn, dann diesen Namen zu verwenden).
Zu besten Zeiten bestand diese unmögliche Agentur-Attrappe aus einem unglaublichen Inhaber-Pärchen am Rande des Nervenzusammenbruchs, plus zehn Praktikanten.
Außerdem benennt sich dieser Laden dauernd um, jetzt erreichen interessierte Neukunden die wundervolle Yoolia-Werbeagentur unter www.more-crossmedia.com.
Eine Y-förmige Kokainlinie?? Da wundert einen nix mehr.

Bier auf die Beine

Die Amis stehen kurz vor dem Vergeltungsschlag wegen NYC, in Berlin demonstrieren die Neonazis, in Israel ist dieser Kriegstreiber dabei sich einen Vorwand zu basteln, in Afganistan geht die Flüchtlingswelle los und schon ist klar, das selbst ohne Angriff der USA dort im Winter reichlich Leute sterben werden. Unklar ist, ob die Nordallianz überhaupt einen Deut besser sind als die Taliban.
Mich hat sehr beeindruckt, was ein New Yorker Wachmann gesagt hat: "Diese Leute sind Fanatiker, die glauben an ihre Sache. Einen Krieg gegen die zu führen wird nichts nützen, es wird sie höchstens in ihrem Glauben bestärken. Das ist meine Meinung."
Das sagte der Mann immerhin im Krankenhaus, wo er lag, nachdem er von einem Trümmerteil des WTC getroffen worden war und schwere Verbrennungen erlitten hatte.
Im Fernsehen gibt's eine prima Sendung von Max-TV oder so ähnlich.
Motto der Show: Das ganze Leben. Drei Themen gibt's in dieser Ausgabe: "Wie eine Schülerin zur Ladendiebin wurde", "Die Beauty-Wies'n" und
hab' ich vergessen, weil noch blöder.
Ich sehe mir den ersten Teil an: "Die Beauty Wies'n". Es geht darum, das eine als ‘Star-Visagistin’ angepriesene Trulla, die aussieht wie eine ältere Liza Minelli-Imitatorin mit grauer Strickjacke, Lederhose und anderen zünftigen Anziehsachen, wie man sie eben nur in München für todschick hält, irgendwelche Pampen aus Honig, Apfelessig und Bier anrührt.
Der geübte Zeittöter-Fan weiß sofort: Ach, wieder die "Bier ist gesund und so natürlich"-Leier.
Dieses eklige Honig-Essig-Bier-Zeuch muss ja zu was gut sein und daher schmiert die Starvisagistin die Pampe zwei 18-jährigen Schulmädchen in Trachten-Nachmach-Kleidchen (wie man sie nicht mal in München schick findet) auf die Beine, und redet dabei was von hautreinigender Wirkung oder Antifalten und natürlichen Wirkstoffen… bla bla.
Super Beweis: Man schmiert einer 18-jährigen das Zeuch auf die BEINE… und siehe da, keine Falten auf den Beinen, eine Haut wie bei einer 18-jährigen!
Hinterher dürfen die beiden Schülerinnen das Zeug auch noch trinken, weil´s angeblich gegen schlechten Atem hilft oder so. Ich bewundere die Mädels, daß sie dabei nicht gleich kotzen, aber um in´s TV zu kommen macht man ja alles, nich?
Zum Schluß noch mal Großaufnahme, wie die Schulmädchen eine Maß Bier reinzwiebeln und hinterher auf den Tischen tanzen.
Das Ganze natürlich direkt in einem Bierzelt gedreht, voll die Wies'n-Atmo!
Ich kann mir richtig vorstellen, wie die Redakteure sich dieses hoch-investigativen Themas angenommen haben. Es ist eben der Auftrag unserer Gesellschaft an die Medien:
Misstände aufdecken, der Wahrheit nachspüren, Verantwortung übernehmen!
Das volle Leben halt.
Ich glaube, ich habe noch nie einen Beitrag mit weniger Gehalt gesehen.
Werbung schon eingerechnet.