Grillmasters Abenteuer

ICANN Meeting in Paris

Hotel / Fahrstuhl / Japaner / Türschließenknopf / Zack -> Finger dran.
Auch sonst nix Neues.


Nachtrag: zwei Tage später saß ein Japaner neben mir ein einer Sitzung. Ich habe ihn also gefragt, warum Japaner das machen. Seine knappe Antwort:
"Yes, hurry hurry. Ha ha ha."
Auf meine Gegenfrage, ob es die ca. 2 Sekunden denn überhaupt bringen, meint er:
"Is... Japan... People"
Dann wandte er sich wieder seinem Rechner zu, als sei damit alles erklärt.

Hm.

USA 2

Für alle die es noch nicht wussten: An feuergefährlichen Stellen rauchen kostet in Los Angeles 541 Dollar Strafe:

IMG_0765


Ist bestimmt der Bequemlichkeit halber abgerundet von 541,37 Dollar.

Navigation

Unterwegs gewesen.

Okay, fahren wir mal nach Hause, sollten ca. 250 Kilometer sein. Zieladresse in die Navigation eingegeben. "Zielführung starten" drücken.
Paar Sekunden später geht´s auch schon los:
"Bitte fahren Sie an der nächsten Möglichkeit links"
30 Meter weiter:
"Jetzt bitte links fahren."

Und plötzlich:
"Bitte beachten Sie alle Verkehrsregeln."

Was?

WAAAS?

Die Navi sagt mir tatsächlich ich soll die Verkehrsregeln beachten?

Ich sehe meine holde Maid auf dem Beifahrersitz an, vielleicht leide ich ja unter Sinnestäuschungen. Sonnenstich oder so. Aber ihr Gesichtsausdruck verrät: sie hat das auch gehört.
Wir sind für ein paar Sekunden völlig perplex und fahren erstmal weiter.

So eine Ansage habe ich noch nie von irgendeiner Navigation gehört. Ich wusste nicht mal, daß das im Sprachschatz der Kisten enthalten ist. Und wie erkennt die Kiste, wann sie mich ermahnen soll? Und mal abgesehen davon bin ich zu dem Zeitpunkt absolut vorschriftsmäßig gefahren. Und selbst wenn nicht, ist es in Wirklichkeit schon soweit, das die Autos einen bei Fehlverhalten ermahnen?

Wir fangen an zu grübeln und entwickeln Theorien. Am Ende sind wir uns schon nicht mehr sicher, WAS genau die Kiste gesagt hat.

Erst einige Kilometer weiter halten wir es nicht mehr aus. Wir drehen um und fahren zurück. Wieder auf den Parkplatz gestellt, Navigation aus und wieder an, Ziel erneut eingeben und wieder losfahren. Die Fahrtanweisungen kommen auch, aber der Hinweis, ich möge die Verkehrsregeln beachten nicht. Ich fange an Schlangenlinen zu fahren und setze ein Stück zurück und gebe die Route noch mal neu ein. Nichts.
Wir wiederholen das Spiel 2-3 mal.
Nichts.
Einige Passanten gucken komisch.

Ich spekuliere, daß die Navigation die genaue Position des Autos nicht kannte und "dachte", ich sei geradeaus in die Einbahnstrasse gefahren. Um die Ansage erneut zu provozieren fahre ich jetzt tatsächlich und mit Absicht in die Einbahnstrasse. Kein Erfolg. Die Führer der entgegenkommenden Fahrzeuge winken um so wilder je weiter wir die Einbahnstrasse befahren, aber die Navigation sagt nichts.

Ich bleibe mitten auf der Strasse stehen um der Navigation Zeit zu geben, die Postition neu zu berechnen, damit sie auch echt merkt, das ich FALSCHRUM in einer Einbahnstrasse stehe... nichts. Ich kontrolliere den Empfang... 4 Satelliten sichtbar, alles bestens. Andere Autofahrer zeigen mir einen Vogel.
Ich fange an, rückwärts auf dem Bürgersteig rumzufahren und private Parkplätze zu erforschen. Wenden mitten auf der Strasse findet die Navigation auch okay. Die anderen Verkehrsteilnehmer sehen zunehmend verstört aus. Da kann ich jetzt keine Rücksicht drauf nehmen.
Ich fuhrwerke noch ein bisschen in der Strasse rum (die Navigation meint inzwischen ich sei "OFF ROAD"), aber es hilft nix.
Die Kiste findet das alles okay und sagt nichts.

Als ich schliesslich für 250 Euro Verkehrsübertretungen begangen habe gebe ich auf.

Morgen werde ich mal versuchen, rückwärts durch eine Einbahnstrasse in der falschen Richtung fahrend im Überholverbot ein Auto über eine rote Ampel hinweg zu überholen und dabei eine Strassenbahn schneiden. Nachts ohne Licht.

Mal sehen.

Kleine Dramen im Zug

Mal wieder im Zug unterwegs. Zugegeben, der Grillmaster fährt 1. Klasse (tja, so TOP Erfolgreich...äh... tschuldigung). Wie schon früher berichtet, darf man dort regelmässig den lustigsten Telefonaten beiwohnen. Diesmal erneut eingeleitet von einer Person, die mehrmals versuchte mit jemand zu telefonieren und die beliebte "ja hallo, ich bin im Zug da ist die Verbindung immer so schl...hallo? Hallo?" Nummer gebracht hat. (zu allem Überfluss hat die Person nebenher auch noch mit einem Textmarker auf einem Papier gefuhrwerkt und - den Grillmaster beschlich ein Deja Vu Gefühl - dabei wesentlich mehr markiert als unmarkiert gelassen.

Soweit alles schon mal da gewesen.
Neu aber das folgende kleine Drama.

Ein Herr im Business-Einheitslook und mit den obligatorischen Aktenstapeln um sich, die in der ersten Klasse zum guten Ton der Geschäftsreisenden gehören ("ich fahre in der ersten Klasse, weil ich den Platz zum Arbeiten brauch"), telefoniert viel. Nach einigen Telefonaten wo weltmännisch Besprechungsräume und Meetings organisert werden ("Ich erwarte Sie dann in der DB Lounge. Ja. Hat der Raum auch einen Beamer? Ein Flipchart brauchen wir auch, können Sie das bitte veranlassen") dann dieses Gespräch:

"Ja hier X, können Sie mich mal rasch mit Herr Y verbinden, ja, danke. Ah Herr Y, X hier. Bei einer Durchsicht meiner Konten ist mir aufgefallen, das mein Jun-Oh Gehalt noch nicht eingegangen ist."

(wir haben Ende Juli)

"Könnten Sie mal rasch schauen, was da schief gegangen ist?"

Pause. Dann verwundert:

"Ach. Auf wessen Veranlassung hin denn? Aha. Ja... "

Lauscht.

"Nein, das wird nicht erforderlich sein... nein. Ich bin ja Freitag wieder im Büro, da kümmere ich mich dann selber drum, danke."

Hm. Freitag wieder im Büro?
Wenn er sich da man nicht täuscht.

Wellness

Heute mal in einem "Wellness-Spa" gewesen. Mein Holde ist da Mitglied, weil sie eifrige Saunagängerin ist und gerne schwimmt. Als Mitglied bekommt man ein Gutscheinheft, da durfte ich dann für "nur" 14 Euro mit rein. Bereits am Eingang erste Verblüffung für den Wellness-ungeübten: Ich habe keine Badelatschen. Die sind aber Pflicht. Glücklicherweise kann man mir aber welche verkaufen, kosten 5 Euro, naja, in meiner Grösse 6 Euro.

Ich selbst bin an Sauna nicht so interessiert, also dann eben schwimmen. Nach 30 Minuten schwimmen im nur 1,30 Meter tiefen Becken wird mir langweilig. Die anwesenden Personen sind die reinste Geisterbahn. Leute die so fett sind, das man nicht erkennen kann, obs Männer oder Frauen sind: Das normalerweise hinweisgebende MakeUp ist abgewaschen, die Frisur hängt nass runter und Titten haben alle. Die primären Geschlechtsorgane sind unter einem Fettlappen verborgen. Da Sauna und Termalbetrieb angebunden sind, ist übewiegend alles total nackt.
Informationen die man nicht haben will. Mir wird klar:
Fett verstümmelt grässlich.

Im Becken ziehen zwei Fettberge gemütlich ihre Bahnen, erst nach drei Runden sehe ich, daß die gar nicht schwimmen, sondern nur gehen und dabei mit den Armen rudern.

Als die Langeweile zu gross wird, beschließe ich, in den Fitnessraum zu gehen, wo lustige Maschinen aufgebaut sind. Vor allem irgendwelche Dinger auf denen man sicher enorm gelenkschonend mit laufähnlichen Bewegungen rumhampelt, daß es lächerlicher nicht aussehen kann. Erinnert mich an diese TV-Werbesendungen für den Swingmaster oder wie die Teile hießen. Naja, die werden ja sicher auch was anderes haben. Normales Laufband. Laufe ich anstatt für 0 Euro durch den Wald eben für 14 Euro in einem grossen Zimmer auf der Stelle.

Kommts aber gar nicht zu, weil eine mir hinterherlaufende Angestellte des Wellness-Tempels erklärt, ich hätte ja nur das blaue Armband, nicht das rote, und daher dürfe ich nicht in den Fitnessraum. Da hätte ich den anderen Gutschein vorlegen müssen, der hätte dann 15 Euro gekostet, da wäre dann Fitness mit dabei gewesen.

Genialer Marketingcoup! Letztlich sind die Gutscheine ja dazu da, Leute "anzufixen". Und da haben die tatsächlich zwei verschiedene mit einem Preisunterschied von nur EINEM Euro, aber wenn man den Falschen nimmt, darf man nicht in den lächerlichen Geräten mitschaukeln.

Klar.

Also gut, da meine Holde noch ca. vier Stunden in dem Laden bleiben will, muss ich die Zeit rumkriegen. Also zurück zur Geisterbahn.
Da auf eine Liege gelegt und ein Buch gelesen, das ich glücklicherweise mitgenommen hatte. Zwischendrin, wenn gerade keine Fettklösse ihre Wassergymnastik gemacht haben, schnell paar Bahnen gezogen. Aber Bahnen kloppen ist eben einfach nur langweilig.

Gut, dann mal so richtig entspannend im Whirlpool! Ich also da hin (immer auf den blöden Gummilatschen rumgegeschlurft) und mich in so ein Dingen gelegt. Sprudelt auch nett und ist auch angenehm Urinwarm... aber auch recht öde nach kurzer Zeit. Irgendwie will sich bei mir keine recht Freude einstellen, wärend ich dem Geblubber zusehe. Draussen scheint die Sonne und ich liege in einem eher dunklen Raum mit wildfremden Leuten in einer Badewanne mit blubberndem Wasser rum.
Ich verstehe immer weniger, was da so erstrebenswert dran sein soll.


Gut, irgendwann ist die Sache durch. Mit Parkgebühren hab ich 24 Euro auf den Kopp gehauen und habe nun doll praktische Badelatschen, die ich vermutlich nie mehr brauchen werde... und unvergessliche Bilder im Kopf.

Super Sache so ein Wellnessnachmittag.

Zugfahrt

Zugfahren ist unterhaltsam, wenn man jemand in der Nähe hat der die ganze Zeit telefoniert.
Ist, wenn ich in letzter Zeit fahre, immer der Fall, und dies obwohl telefonieren im Zug anerkannt schlecht geht, wegen der eher mäßigen Funkabdeckung der Bahnstrecken. Vielmehr ausser "Hallo...hallo.... ja ich bin im Zug...hallo... die Verbindung ist schlecht... im Zug, ja!" ist da oft kaum drin.
Der Unterhaltungswert liegt dann oft nur darin, Vorherzusagen wie die Person darauf reagiert. Handelt es sich um den 1x Erneutversucher?
"Hallo? Ich hatte gerade bei dir angerufen, aber die Verbindung ist so schlecht, ich sitze nämlich um Zug. ... Zu-ug! Hallo? Im Zug ja, und da ist die Verbindung...hallo?"

Oder ist es der gefürchtete Mehrfachversucher?
"Ja hallo, ich hatte gerade auf deinem Funktelefon angerufen, aber da war die Verbindung so schlecht...hallo?"
So als ob die Verbindung im Zug besser wird, wenn man die andere Person auf dem Festnetztelefon anruft. Gaaanz schlau.

Manchmal hat man aber auch Glück und jemand hat eine lange Verbindung und kann uns sein ganzes berufliches und privates Leben offenbaren.
"... nee, da senken wir die Gehälter und geben mehr Prämie, da können wir die Leute besser steuern, nä ,jaja. Ich sehs, der hat aber auch viel, wieso das eigentlich? Die zwei Mitarbeiterinnen die wir entlassen hatten das haben wir jetzt geregelt. Die sind natürlich gleich zum Anwalt, war ja klar und der hat dann auch gleich Formfehler... weil wir die nicht vorher zu der Sache angehört haben...ja klar, Mobbing ist ne schwierige Sache, da hätte ich vor Gericht ja 10 andere Mitarbeiter als Zeugen...nee, da haben wir denen eben ne Abfindung gezahlt und so ist das jetzt geregelt, nä. Jaja. Tja, dann treffen wir uns jetzt bald, ich freu mich.." (Gesicht sagt was anderes) "...jaja. ich bin ja jetzt 4 Wochen unterwegs und echt fertig. Jetzt reichts ja auch. Du, die Delphinnummer die kommt am Ende immer gut an, die Leute lachen sich kaputt,nä."

Die Delphinnummer? Im weiteren Gesprächsverlauf erfahre ich noch mindestens 4 e-Mailadressen, den Namen und Firmennamen der Telefonistin und was sie überhaupt so macht und wer sich in der Familie mit wem wann wo trifft... incl. Namen einzelner Gastatätten etc etc.

Aber irgendwann ist das Telefonat zuende, überigens mit der Blubberformel "..ich drück dich.nä!"
Und der Frau wollte ich noch helfen, den Koffer reinzutragen.

Die Welt ist mein Revier

Der Mann von Welt erzählt von seinen Reisen und gibt Tips, auf das andere Reisende von seinen Erfahrungen profitieren können.

Wenn ich so nachdenke gibt es zwei Kathegorieren des weltgewandten Reisenden.
1. Die reichen Weltbürger
2. Die Abenteurer

Leute die in Kategorie 1. gehören fahren Ski in Sank Moritz oder in Park City in Utha (wenn sie nicht sowieso Skeleton fahren), diniren in der Skylounche des Merriot in NewYork und sind zwischendurch mal in Wien.
Von Ihnen kommen so Tips wie: Die Beste Bar in Kuba ist in dieser kleinen Seitenstrasse in Havanna und wenn man dort einen wirklichen guten Drink haben will, dann bestellt man dem Barman Grüsse von Alejandro. Und La Grande Motte ist natürlich unter aller Sau, der Jachthafen ist für zu kleine Boote ausgelegt, aber Phillipes Laden geht noch so, zumindest kann er einem auch für ne Wallypower 47 die Dieselpumpe für den Yanmar 6LY2A-STP besorgen.

Leute die in Kategorie 2. fallen sind auf Grosswildjagt in Afrika, waren neulich bei einer Antarktisexpidition dabei und musste dafür ihren 2. Trip auf den Sagarmatha verschieben.
Als Tips bekommt man von denen zu hören, das das Kongo-Kuno ein Schlitzohr ist, der einem ungarisches Billich-Schrot verkauft, das fast 20% Blindgänger hat und dass man da ganz alt aussieht wenn damit vor dem falschen Tier steht. Und den besten Schnaps auf dem Ural gibts immer noch in Slatoust, also seiner Meinung nach jedenfalls, das Zeug ist so scharf wie der Rest von dort, kleiner Insiderwitz har har har. Prima Fahrtenmesser bekommt man überigens auch bei Smythes in Sidney.

Soweit diese theoretischen Betrachtungen.

So, jetzt mal meine Reise-Tipps:
In Warnemünde (Ostsee) gibts das beste Eis bei "Eis Cafe Venecia" gelegen "Am Strom" und der beste Fahrradverleih ist nicht der am Bahnhof und auch nicht der hinter dem geschlossenen Spassbad, sondern der Fahradladen in der Ferdinand Franz Strasse.

IMG_2306

So. Die frage die ich mir nun die ganze Zeit stelle ist, zu welcher der beiden oben genannten Gruppen ich gehöre.

Also doch!

Bin in Frankreich und in Montpellier gehe ich durch ein „Polygone“ genanntes Einkaufszentrum, als mir in einer der Einganstüren ein Streifen Klebeband auffällt, der über Fußboden, Wände und Decke geklebt ist, so daß er einen Ring ergibt.

Hm.

Hm.

Ich gehe sicherheitshalber drei mal durch, schleife meine Freundin auch drei mal durch, packe sie sofort ins Auto und wir fahren auf dem Weg nach Hause mal in so einen Feldweg rein, um äh... ein kleine Pause einzulegen.

Dabei fällt mir auf, das sie noch ihre Amalgan-Blombe hat.

(Wer diesen Post nicht versteht, liest erst den vom 02.05.2001)

SFO oder wie ich mal richtig angeben wollte

Januar 1989

Ich bin in San Francisco und zwar das erste Mal. Ich finde
also alles ganz prima und so fern der Heimat und so. Und irgendwie
ist es auch beeindruckend, wenn man im 28. Stock des Hotels aus
dem Zimmerfenster über die Stadt sehen kann, immerhin kommt
man ja am frühen Abend an, kann also die Stadt in voller
Kirmesbeleuchtung bewundern.

Von unten schallt auch ab und an diese nebelhornartige Sirene
der Feuerwehr hoch, wie man sie ja aus dem Fernsehen kennt, es
sieht alles ganz echt wie echt USA aus.

Auf dem Hinflug hatte es auch gleich ein paar Probleme gegeben,
Flug in New York weg, übernachten in einem entzückenden
Best Western Hotel in Queens.

Vor dem Hotel lag ein frisch abgebranntes Auto, und der Busfahrer
von Shuttelbus wollte kein Trinkgeld, sondern nur möglichst bald
wieder weg fahren.
Zum Service des Zimmers gehörten sogar Haustiere, alles inklusive.
Ich habe meines nicht gesehen, aber den Geräuschen nach zu
urteilen muss es schon was größer gewesen sein.
Abends wurde in der Bar des Hotels etwas Unterhaltung geboten,
und zwar spielt ein Mann auf einer Orgel so groß wie Kleinwagen
irgendwelche Schnulzen, und eine Frau mit zwei Zentimeter dickem Make-Up
sang dazu. Mehrfach am Abend wurde das Publikum aufgefordert, sich doch
einen Song zu wünschen, und gelegentlich entstand eine durchaus
peinliche Pause, bis sich dann jemand erbarmte und sich irgendeinen
Sinatraquark wünschte. (Was allerdings nie ein Problem war, das
muss man den Beiden lassen, die kannten die gewünschten Songs
immer und legten ohne Nachdenken los)
Am nächsten Tag hatten wir noch etwas Zeit und fuhren
in die New Yorker Innenstadt, um dort 2-3 Programmpunkte abzuhaken,
Empire State Building unter anderem. Nach einigen lustigen Begebenheiten,
z. B. das ein Taxifahrer sich weigerte, uns von der New Yorker Innenstadt
zu dem Hotel in Queens zu fahren und der nächste
kein Englisch konnte, nach weiteren zehn Stunden Flughafen abnutzen,
Holzklasse begutachten und in Amiautos rum-schwabbeln war ich
nun also im Hotelzimmer im 28. Stock und dachte: Wen könnte
ich mal anrufen, um besonders cool mit all meinen dollen Erlebnissen
anzugeben… hm…:

Da viel mir ein, das ich meiner lieben Mutter gar nix von der Reise
erzählt hatte und ich außerdem versprochen hatte,
regelmäßig anzurufen.
Was ich natürlich nicht gemacht hatte, wie es bei Söhnen
international so Vorschrift ist.
Ich also lässig die Nummer gewählt, meine Mutter
geht auch direkt ran, ich: "Hallo, dein Sohn hier, ich..."

Sagt meine Mutter ohne mich zu Ende sprechen zu lassen: "Mensch,
gut das du anrufst! Klaus ist schwer verunglückt, beim Skifahren
ist er gegen den Betonpfeiler eines Sessellifts geknallt, schwer verletzt.
Er liegt in Österreich auf der Intensivstation im Koma, seit 5 Tagen schon!"

"Äh…"

Meine Mutter spürbar mit den Nerven runter: "Ja, Rippen
gebrochen, Kiefer gebrochen, Lungenriss, Leber, Milz und so weiter
gequetscht und was weiß ich und die Ärzte wissen nicht,
ob er durchkommt."
Soweit also das Thema: "cool angeben, indem man mal rasch
seine Mutter aus SFO anruft".

Hätte mein Onkel Klaus nicht beim Golfen bleiben können
der Arsch?

Später, als mein Onkel dann nach zwölf Tagen oder so aus
dem Koma aufgewacht ist, soll er so was gesagt haben wie: "Wat
seid ihr hier alle am flennen, is irgendwas?" weil er nämlich
dachte, der Unfall sei leicht gewesen und läge nur zwei bis drei
Stunden zurück.