Schlaue Geräte

Es gibt keine "autonom fahrende" Autos

Wie allseits bekannt ist Google ja gaaanz weit vorne mit selbstfahrenden Autos. Google hat mit seiner Testflotte schon weit über eine Million Kilometer zurückgelegt, ohne einen Unfall.

Das ist beeindruckend und man fragt sich, wo denn die etablierten Automobilhersteller und Universitäten so bleiben. Sind die nur zu doof, oder haben einfach weniger tolle technische Ideen als Google? Oder zu wenig Geld?

Um da ein bisschen einzusteigen, muss man sich damit befassen, wo die Google Autos so lang fahren. Und wie.
Die 1,2 Millionen Kilometer sind nämlich in Wirklichkeit auf nur recht wenigen Strecken zustande gekommen. D.H. die Autos fahren überwiegend immer wieder die selben Strecken ab.

Ich fahre z.B. jeden Tag 18 km zur Arbeit, vormittags hin und Nachts zurück. Und zwar seit mittlerweile 8 Jahren.
Wenn man hin und zurück einzeln rechnet, fahre ich die Strecke als ca, 500x pro Jahr, bin also in den letzten 8 Jahren da über 4000x lang gefahren.

72000 Kilometer.
Nur für diese eine Strecke.

Diese 18 Kilometer kenn ich im Schlaf. Ich kenne jedes Schild, jede Ampel, ja sogar die Ampelphasen. Ich werde vor einer bestimmten Ampel langsamer obwohl sie grün zeigt, denn ich weiss AUSWENDIG, dass sie rot wird wenn ich 20 Meter davor bin.

Ich weiss, dass an einem Brückengeländer seit einem Jahr eine Absperrung steht und dass in einer bestimmten Zone seit zwei Jahren Tempo 30 gilt (wegen Brückenschäden).

Ich habe also in meinem Kopf eine genaue Landkarte dieser Strecke, sodass ich sie auch mit eher geringer Aufmerksamkeit abfahren kann. Ich muss eigentlich nur aufpassen, dass mir nix direkt vor die Karre springt.

Autofahren besteht nämlich aus zwei Teilen (die Umwelterfassung betreffend): Den unbewegten Objekten und den bewegten. Beides muss gleichzeitig erfasst werden können um Auto zu fahren. Die Aufgabe ist deutlich einfacher, wenn man mindestens einen der beiden Aspekte irgendwie wegnehmen könnte, indem man - so wie ich auf meiner Fahrt zur Arbeit - wesentliche Teile bereits kennt, sie also nicht während des Fahrens erst erfassen muss. Das würde die Informationsflut wesentlich reduzieren.

Und so fahren die Google Autos: Immer eine bestimmte bekannte Strecke. Bekannt ist die Strecke deswegen, weil jemand eine Landkarte der Strecke angefertigt hat. Vorher. Und zwar nicht etwa eine Landkarte auf dem Level wie Google Maps, sonder eine sehr genau Landkarte, eine in der alle Ampeln, alle Schilder, alle Hindernisse, ja sogar Details wie Bushaltestellen, Briefkästen und Strassenschäden verzeichnet sind. Selbst alle Fahrbahnmarkierungen sind genau verzeichnet, inclusive Angaben wie breit eine Fahrspur genau ist etc.

An dieser Karte orientiert sich das Auto, es muss nicht - wie ein menschlicher Fahrer - abschätzen wie weit die Ampel noch weg ist, wie viel Platz zum Strassenrand ist oder wie stark die Kurve genau ist. Googles Auto weiss all das schon vorher. Es weiss z.b. dass die Kurve enger werden wird, bevor sie einsehbar ist.

Ein riesiger Bereich an Aufgaben, die ein menschlicher Fahrer mal eben nebenher lösen muss, kümmert das Googleauto gar nicht.


Was passiert nun, wenn sich Teile der Strasse ändern? Vorübergehende Baustelle? Deswegen leichte Änderung der Spurführung? Womöglich eine temporäre Ampel? Gelbe Zusatzmarkierung?

Für mich (und alle anderen menschlichen Autofahrer) kein Problem. Wir würden sagen: "Ach sieh mal an, da haben sie jetzt hier die Strasse geschwenkt und hier ist jetzt so eine Behelfsampel. Oh, die Spur ist deutlich enger, da wird man etwas langsamer fahren müssen."

Das Googelauto aber wäre in echten Schwierigkeiten. Laut einem
Artikel von BoingBoing gibt Googles Car-Team zu, dass das Auto dann die rote Ampel durchaus übersehen könnte. Denn Googles Auto ist nicht besonders intelligent. Es kann eine Ampel eigentlich gar nicht erkennen und eine rote Ampel nicht von einer roten Reklame, der untergehenden Sonne, Lichtreflexionen oder einem Handtuch das über ein Balkongeländer hängt unterscheiden, wenn die Winkel und Lichtverhältnisse nur etwas ungünstig sind.

Während menschliche Autofahrer eine rote Ampel auch dann erkennen, wenn sie diese Ampel noch nie zuvor gesehen haben und nicht einmal wussten, dass an dieser Stelle überhaupt eine Ampel steht, muss Googles autonomes Auto VORHER wissen, dass es an dieser Stelle eine Ampel zu sehen hat und ein roter Farbfleck in der richtigen Höhe am Strassenrand wohl ein Rotlicht ist und nicht bloss eine Spiegelung in einem Wohnungsfenster.

Das Google Auto kann also schlicht nicht in unbekanntem Gebiet fahren.
Eine Übung, die menschliche Autofahrer vor keine besonderen Probleme stellt: Jeder von uns fährt ab und an ohne echte Schwierigkeiten total unbekannte Strassen entlang ("hier war ich ja noch nie!") und selbst Dinge wie andere Länder mit abweichenden Markierungen oder Vorfahrtsregeln, ja sogar Linksverkehr beim Urlaub in z.B. Irland sind beherrschbar.


Dieser … äh … "kleine" Unterschied relativiert den Begriff "Autonom" doch erheblich.

Es bedeutet schlicht, das Googles Auto genau genommen nirgends wirklich alleine fahren kann, sondern ein möglicher Fahrweg vorher von echten Leuten abgefahren werden muss, die in einer noch früher angefertigten Strassenkarte alles relevanten Hindernisse und Abmessungen genau einzeichnet. Und genau so arbeitet Google hier auch: Die haben einen Trupp von Leuten, die die Strecken regelmässig abfahren und jede Änderung an der Strecke in die Landkarten der Autos eintragen.
Die eigentliche Intelligenz liegt also nicht im "autonom" fahrenden Auto, sondern im Erstellen der Karte.

Somit ist das Googleauto genau genommen einem Zug näher, der auf vorher verlegten Schienen von einem Bahnhof zum anderen fährt, als einem echten Auto mit echtem menschlichen Fahrer. Und irgendwie würde uns ein automatische fahrender Zug doch kaum so stark beeindrucken, oder? (Tatsächlich fahren in Europa schon seit 25 Jahren in verschiedenen Städten fahrerlose U-Bahnen, in Nürnberg immerhin seit 2007)

Nicht nur kann eine Googleauto keineswegs alleine von A nach B fahren, wenn der Weg dazwischen nicht genau katalogisiert und genau kartiert ist, schlimmer noch: Eine überraschende Baustellenampel die gestern nicht da war kann die Katastrophe bedeuten.

Der Eindruck des sensationelle Vorsprung von Google gegenüber allen anderen autonomen Fahrzeugen (Automobilhersteller, Unis, Forschungsprojekten) liegt also vor allem da drin, dass dieser wichtige Umstand von Google nicht kommuniziert wird. Oder um es anders auszudrücken: Google kann sich nicht bessere Forscher leisten, sondern vor allem sehr viele studentische Hilfskräfte, die extrem genaue Strassenkarten top-aktuell halten.


Faktisch sind wir von tatsächlich autonom fahrende Autos viel weiter entfernt als es wegen Googles Erfolgen erscheint. Die Aussage von Google Mitgründer Sergey Brin, wir würden ca. 2018 die ersten selbstfahrenden Autos haben, ist schlicht Blödsinn. Und die Automobilhersteller wissen das auch.


Googles Methode kann vielleicht noch sinnvoll angewendet werden, wenn man immer von A nach B fährt und zwar immer die selbe Strecke UND diese Strecke 2-3 mal täglich von Menschen Zwecks Aktualisierung abgefahren wird. Also im Wesentlichen in einer Art Linienverkehr.

Aber die Anforderung: "Auto, fahr uns mal zu meiner Tante nach Dortmund" werden wir in 20 Jahren nicht lösen können.

Ich höre schon den Einwand: "Es sei denn Google katalogisiert das gesamte Strassennetz und kontrolliert diese Daten mehrmals jeden Tag. Immerhin hätte vor 20 Jahren niemand Google Streetview für machbar gehalten."

Mal abgesehen davon, dass Vergleich zu den Anforderungen der Karten für autonomes fahren Streetview billiger Kinderkram ist: Damit hätten wir dann einen Aspekt der oben genannten adressiert. Bleibt "nur" noch der andere Kleinkram: Die bewegten Objekte.

Zur Zeit kann Googles Auto rein reaktiv fahren. Es weiss nicht, dass der auf die Strasse rollende Ball sehr wohl ein Grund zum Bremsen ist, selbst wenn er nicht im unmittelbaren Fahrweg rollt. Das Googleauto bremst erst, wenn das Kind dem Ball nachlaufend vor's Auto springt.

Das mag bei niedriger und mittlerer Geschwindigkeit noch reichen, insbesondere weil das Googleauto schneller bremst als ein Mensch: es hat keine Schrecksekunde, eine sehr kurze Reaktionszeit und direkten Zugriff auf die Bremse, nicht via Fuss, der erst noch aufs Pedal bewegt werden muss.

Aber ab welcher Geschwindigkeit reicht das nicht mehr? Bisher fahren Googles Autos eigentlich nur in der Stadt. Dort ist der Verkehr zwar anspruchsvoller als bei Überlandfahrten, in der Stadt fällt aber auch weniger auf, dass das Auto vielleicht gar nicht schneller als 40 Km/h kann, weil die rein reaktive Fahrweise nur bei diesen eher geringen Geschwindigkeiten Erfolg verspricht.

Googles Auto wertet keine der buchstäblich tausenden Zusatzinfos aus:
Ist das ein Fahrrad oder ein Motorrad? Ist das eine Jogger oder eine alte Frau, die sich unsicher bewegt? Ist das ein Kind? Wo sieht es hin? Ist das schneller fahrende Auto ein Krankenwagen? Warum wird der Wagen vor uns langsamer? Das Nummernschild ist aus dem Ausland, der wird sich hier nicht so gut auskennen. Das ist ein Bus, warum hält der hier obwohl hier keine Haltestelle ist? Egal, vielleicht steigen Leute aus. Der Fleck auf der Strasse ist eine grosse Pfütze. Der Fleck auf der Strasse ist vielleicht glatt. Der Fleck auf der Strasse ist ein Stück Papier. Der Fleck auf der Strasse ist ein Gegenstand dem wir ausweichen müssen. Der Fleck auf der Strasse ist ein Schlagloch. Der Mann winkt, er will das wir anhalten. Der Mann winkt seiner Bekannten zu. Die Bekannte hupt als Gruss. Die Autofahrerin hupt als Warnung. Ein Auto hält, jemand wird gleich die Tür öffnen. Kommt jemand aus der Einfahrt? Das Warndreieck …

Die Liste ist endlos.

Obwohl es dazu seitens Google keine Aussagen gibt, muss man aktuell sogar davon ausgehen, dass nicht mal Blinker und Bremslichter ausgewertet werden, schon weil es gar nicht so leicht ist, Bremslichter von normalen Rücklichtern zu unterscheiden. Vielmehr misst das Googleauto schlicht den Abstand zum vorherigen Fahrzeug und ermittelt, ob der sich verringert und wenn ja wie schnell. Es ist also was Kollisionvermeidung betrifft eine Art besserer Radar-Tempomat ("Adaptive-Cruise-Control").

Ein Überleben bei nur moderaten Autobahngeschwindigkeiten ist mit einer rein reaktiven Fahrweise nicht mehr denkbar. Wer auf der Überholspur schon mal langsamer geworden ist, weil er nur VERMUTET hat, dass das hinter dem Lastwagen klebende Auto gleich ohne blinken auf die Überholspur wechseln könnte, weiss wovon ich rede. Jeden Tag sterben auf der Autobahn Leute nicht, weil sie AHNEN was gleich passieren könnte.

Und über starken Regen, Nebel oder Schneefall haben wir noch nicht gesprochen.

Die allenthalben aufkommenden spurhalte Assistenten sind auch nicht echt autonom fahrende Autos, sondern vielmehr Systeme die unter sehr engen Parametern (wie z.b. brauchbare Sichtverhältnisse und brauchbare Fahrbahnmarkierungen) eine Spur halten und in einer Schlange im Verkehr mitschwimmen können. Aber schon die Autobahnausfahrt alleine finden und abfahren ist zu komplex.

Kurzum: Es gibt keine autonom fahrenden Autos, auch (oder vor allem) nicht von Google. Jedenfalls nicht, wenn man das "autonom" auch nur halbwegs ernst nimmt. Und es wird keine geben. Mindestens nicht in den nächsten 20 Jahren und vielleicht wesentlich länger nicht.









Schalten Sie wieder ein, wenn Sie den Grillmaster sagen hören: "Sollen wir mal über Amazons Paketzustellung per Quadcopter reden?"




Neues vom Intöligänt Toaster

lecker

Die eigentlich Frage ist natürlich, warum wir dieses Teil nicht schon vor 2 Jahren - ach, was sage ich da - vor 6 Jahren achtkantig aus dem Fenster geworfen haben.
Und die Antwort ist: wir befürchten, das es heute nur noch "intelligente" Toaster voll mit Sensoren gibt. Jedenfalls wenn man was "richtiges" kaufen will.

Selbst die Früher so verlässlichen Billig-Toaster von so Marken wie Severin sind heute wahre Monster mit mehreren Knöpfen und Tasten und Hebeln und Aufsätzen dran.
Einfach mal auf e-Bay "Toaster" eingeben und sehen was für Trümmer einem da angeboten werden.





Mehr ist Weniger

Mehr Sicherheit ist weniger Sicherheit.

Rauchmelder. Ich habe 3 Stück im Haus verteilt. Bei einem ist die Batterie alle.
Also wechseln. 9 Volt Block habe ich noch, Deckel auf, Batterie getauscht, Deckel zu, fertig.

Nur:
Deckel will nicht mehr zu.
Ich wurschtele mir einen Wolf, der Deckel geht nicht mehr zu.
Ich drehe mit etwas mehr Kraft, Teile brechen ab, aber er geht NICHT zu.
Meine holde Maid versucht es, ohne Erfolg.

Was tun? Ich wiederstehe dem Impuls das Teil weg zu werfen (hatte 11 Euro gekostet) und suche weiter nach der Ursache. Und ich werde fündig.

Es gibt da eine klitzekleine Feder aus Metall, die eine Plastiknase am Deckel blockiert, wenn KEINE Batterie im Fach liegt. Sinn ist wohl, dass man den Rauchmelder nicht ohne Batterie schließen kann.

Es ist aber eine Batterie drin, die aufgrund von Fertigungstoleranzen aber ca 0,3 Millimeter zu klein ist und die Feder nicht weit genug aus dem Weg schiebt. Also lässt sich der Deckel nicht schliessen. Okay, ich stopfe ein bischen Papier neben die Batterie, dann geht es wieder.

Soweit so gut.

Nur: Ich wollte den Rauchmelder FAST WEGWERFEN.

Dann hätte ich da auf Wochen oder (seien wir mal realistisch) Monate GAR KEINEN Rauchmelder gehabt.

So, jetzt macht sich jeder bitte selber eine Matrix auf und vergleicht die verschiedenen möglichen Zustände der Gesamtsituation. Kommt ihr da nicht auch zum Eindruck, dass im Gesamtsystem die Sicherheit durch diese kleine Feder eher abnimmt anstatt zunimmt?

Ist wie mit vielen anderen "Sicherheitsmaßnahmen", die die Sicherheit zunächst zwar erhöhen, aber ab einem bestimmten Level die Situation verschlimmern.

Noch ein Beispiel über das ich gestolpert bin:

Hatte mal so einen hydraulischen Holzspalter geliehen. Dessen Stempel kommt bei Betätigung sehr langsam runter, aber eben mit 6 Tonnen Druck. Wer da seine Hand drunter hält und schön geduldig eine Minute zusieht, wie das Teil runterkomt und sein Hand nicht wegzieht, der hat hinterher Fingersalat.

Um das zu verhindern, kann man die Maschine erst einschalten, wenn man zwei Handbügel zusammendrückt, die recht weit weg sind vom Spalter. Soweit so gut. Ich schon ein bischen doof, weil man jetzt keine Hand mehr frei hat, um z.b. schiefe Holzstücke fest zu halten. Ausserdem dauert alles nun sehr lange, denn man kann diesen Spaltstempel nicht hochfahren lassen und wärend dessen schon ein neues Holzstück holen. Aber gut, was tut man nicht alles, damit man nicht aus versehen ne Minute lang zusieht, wie sich der Spaltstempel einer auf dem Spalttisch richtig platzierten Hand nähert, um sich dann zu verletzen.

Die Handgriffe dieser Bügel liegen aber in dem Bereich, in den gespaltenes Holz fallen könnte. Und wenn der Spaltarbeiter dann keine Handschuhe anhat und sich überdies doof stellt, kann ihm ein schwers Stück Holz auf die Hand fallen.

Um das zu verhindern, haben die Handgriffe Schutzbleche, die den oberen Bereich abdecken. Leider kann man dadurch die Handgriff nur noch von vorne, aber nicht von oben anfassen.

Und leider sind die Hebel in ca. ein Meter Höhe angebracht. D.H. ich kann - wenn ich vor dem Gerät stehe - auch nicht von vorne anfassen, soweit reichen die angewinkelten Arme nicht runter. Es sei denn, ich beuge meine Oberkörper vorne über. Das will ich aber nicht, weil dann nämlich mein Gesicht in die Nähe des zu spaltenden Holzes rückt. Und irgendwas absplitterndes am Kopf finde ich noch etwa schlecher als Holzscheit fällt auf Hand.

Und die Bügel sind auch so weit ausseinander, das man nicht etwa einen mit dem Bein drücken kann und nur den anderen mit der Hand... so schlau waren die natürlich auch schon, das konstruktiv unmöglich zu machen.

Also muss ich vor dem Geräte in die Knie gehen. Wirklich! In so einer scheiss gebückten Haltung in den Knien einfedernd.

Das habe ich ungefähr 10 Minuten lang gemacht.

Und dann habe ich eine Rolle Gaffertape geholt und einen Bügel festgeklebt.

Fertig.


Jede Sicherheit wird solange vorrangetrieben, bis sie ein Maximum erreicht. Wenn man es dann noch ein kleines bischen sicherer machen will und auch sehr abwegige Probleme noch berücksichtigt, fällt die Sicherheit plötzlich wieder stark ab, weil die Behinderung des praktischen Arbeitens so gross wird, dass die Leute Umgehungstrategien entwickeln: Festbinden, festklemmen, abklemmen, zukleben oder im Zweifel einen Rauchmelder der an sich völlig in Ordnung ist wegwerfen.


Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass mindestens die Hälfte von so Kram aus irgendwelchen EU Bestimmungen resultiert, die sich Leute ausgedacht haben, die in Brüssel Sessel wärmen aber selber noch nie einen Holzspalter benutzt haben.

Hoffentlich zeigt denen nicht mal jemand eine Axt.




Schlaue Geräte, Teil 503

Heute an einem Kaffeautomaten dieses handschriftliche Schild gesehen.

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Soweit so normal. Nur drängte sich mir die Frage auf: Warum ist das Schild da dran?
Ich würde erwarten, dass der Automat weiss, dass das Becherfach leer ist und wenn man Geld einwirft dieses einfach wieder raus gibt und weiter nichts macht. Oder vielleicht auf dem schön blau leuchtendem Display einen passenden Text ausgibt.

Nur … dann wäre ja das Schild nicht nötig.

Mit anderen Worten: Der Automat pladdert den Kaffe ohne Becher einfach vor den Augen des staunende Publikums in den Abfluss?

Unglaublich, oder?




Nicht lustig

Ich habe ja nun ein paar Tage überlegt, ob mir irgendwas erhellendes zur Bundestagswahl einfällt, oder wenn schon nichts erhellendes wenigstens was lustiges. Vielleicht das Guu-ido den letzten Beweis erbracht hat, das auch Schwule Nerfer sein können. Quasi die letzte Diskreminierung aufweichen. Aber richtig erhellend ist das nicht und lustig schon gar nicht.

Auch nicht lustig ist folgendes: Bei der
intellenten Kaffeemaschine ist ein Mengenprogramm eingestellt, sodass sie auf Knopfdruck eine bestimmte Menge geschäumte Milch in die Kaffeetasse jubelt. Das nutzen einige Leute (inkl. Da Jrillmasda) so, dass sie da die Tasse drunterstellen, auf die Milchtaste drücken und danach z.b. auf Toilette gehen (erstmal Platz für den neuen Kaffe schaffen). Wenn man dann wieder kommt, ist der Kaffee fertig.

Es sei denn natürlich, der Service hat die Kaffeemaschine unbemerkt ausgetauscht. Dann ist das Mengenprogramm auf DEFAULT. Und DEFAULT ist: Milch schäumen bis jemand den Knopf noch mal drückt oder kein Strom mehr in der Steckdose ist.

Das Ergebnis ist dann, dass man nach dem Toilettengang eine zugeschäumte Küche vorfindet.
Und wehe man wischt das nur flüchtig weg. Die geschäumten Milchreste werden recht schnell klebrig und sauer und etwas später dann faulig.

Ist was für Leute die extreme Sinneseindrücke mögen.



The Intellent-Sensor Strikes Back!

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Microwelle

Wieder ein schlaues Gerät: Microwelle in der Firma. Sowieso schon topp komplex zu bedienen (man kann z.b. das Geräte sehr schwer davon überzeugen, vor Ablauf der eingestellten Garzeit irgendwelche Änderungen entgegen zu nehmen) hat es mich heute mit einer neuen Zeitrechnung überrascht.

Wenn man die Garzeit eingibt, wird durch die ersten beiden Tatstendrücke der Zahlentatste die Sekunden und dann die Minutenstellen der Uhr befüllt. Wenn man also z.b. 3x die 6 drückt, kommt 6:66 als Garzeit raus.

Sobald man auf START drückt, merkt die schlaue Microwelle, daß 66 Sekunden in echt mehr als eine Minute ist und korrigiert die Garzeit SELBSTSTÄNDIG auf 7 Minuten und 6 Sekunden. Doll!

Eben drücke ich 3x die 9. Also 9 Minuten und 99 Sekunden Garzeit.
Drücke auf START.

Macht die Microwelle dann 15:39 Minuten draus.

Seit dem grübele ich welcher Algorithmus die Microwelle verwendet, um Sekunden in Minuten umzurechnen.
99 Sekunden = 1 Minute und 39 Sekunden... woher die 39 kommt ist also klar.

Aber wieso 15 Minuten?

"9+1 ist ja zweistellig, da addieren wir einfach nochmal 5 Minute!" oder sowas?


15 Minuten und 40 Sekunden später:
Das Ganze hat mir keine Ruhe gelassen und ich habs nochmal versucht. JETZT zeigt die Microwelle
16:39 als Garzeit an!
Dannach versuche ich es nochmal: wieder 3x die 9 eingegeben und START gedrückt. Jetzt zeigt die Mocrowelle die korrekten 10:39 an!

Weiteres Gespiele zeigt: auch 19:39 kommt vor. Und wenn man die Leistung der Microwelle auf MAX stellt, dann kann man die Sekunden gar nicht einstellen, das Drücken der Taste 9 (auch mehrmaligs drücken) führt immer nur zu 9 Minuten.

Ich werd weich. Ein echter Bug.



P.S.:

Ich hätte aber vor den Versuchen mit der Microwelle die Suppe rausnehmen sollen, die ist nun leider zu einer halb verbrannten pastösen Masse verkommen. Werd ich anstatt Löffel wohl ein Messer zum essen nehmen müssen.



Navigation

Unterwegs gewesen.

Okay, fahren wir mal nach Hause, sollten ca. 250 Kilometer sein. Zieladresse in die Navigation eingegeben. "Zielführung starten" drücken.
Paar Sekunden später geht´s auch schon los:
"Bitte fahren Sie an der nächsten Möglichkeit links"
30 Meter weiter:
"Jetzt bitte links fahren."

Und plötzlich:
"Bitte beachten Sie alle Verkehrsregeln."

Was?

WAAAS?

Die Navi sagt mir tatsächlich ich soll die Verkehrsregeln beachten?

Ich sehe meine holde Maid auf dem Beifahrersitz an, vielleicht leide ich ja unter Sinnestäuschungen. Sonnenstich oder so. Aber ihr Gesichtsausdruck verrät: sie hat das auch gehört.
Wir sind für ein paar Sekunden völlig perplex und fahren erstmal weiter.

So eine Ansage habe ich noch nie von irgendeiner Navigation gehört. Ich wusste nicht mal, daß das im Sprachschatz der Kisten enthalten ist. Und wie erkennt die Kiste, wann sie mich ermahnen soll? Und mal abgesehen davon bin ich zu dem Zeitpunkt absolut vorschriftsmäßig gefahren. Und selbst wenn nicht, ist es in Wirklichkeit schon soweit, das die Autos einen bei Fehlverhalten ermahnen?

Wir fangen an zu grübeln und entwickeln Theorien. Am Ende sind wir uns schon nicht mehr sicher, WAS genau die Kiste gesagt hat.

Erst einige Kilometer weiter halten wir es nicht mehr aus. Wir drehen um und fahren zurück. Wieder auf den Parkplatz gestellt, Navigation aus und wieder an, Ziel erneut eingeben und wieder losfahren. Die Fahrtanweisungen kommen auch, aber der Hinweis, ich möge die Verkehrsregeln beachten nicht. Ich fange an Schlangenlinen zu fahren und setze ein Stück zurück und gebe die Route noch mal neu ein. Nichts.
Wir wiederholen das Spiel 2-3 mal.
Nichts.
Einige Passanten gucken komisch.

Ich spekuliere, daß die Navigation die genaue Position des Autos nicht kannte und "dachte", ich sei geradeaus in die Einbahnstrasse gefahren. Um die Ansage erneut zu provozieren fahre ich jetzt tatsächlich und mit Absicht in die Einbahnstrasse. Kein Erfolg. Die Führer der entgegenkommenden Fahrzeuge winken um so wilder je weiter wir die Einbahnstrasse befahren, aber die Navigation sagt nichts.

Ich bleibe mitten auf der Strasse stehen um der Navigation Zeit zu geben, die Postition neu zu berechnen, damit sie auch echt merkt, das ich FALSCHRUM in einer Einbahnstrasse stehe... nichts. Ich kontrolliere den Empfang... 4 Satelliten sichtbar, alles bestens. Andere Autofahrer zeigen mir einen Vogel.
Ich fange an, rückwärts auf dem Bürgersteig rumzufahren und private Parkplätze zu erforschen. Wenden mitten auf der Strasse findet die Navigation auch okay. Die anderen Verkehrsteilnehmer sehen zunehmend verstört aus. Da kann ich jetzt keine Rücksicht drauf nehmen.
Ich fuhrwerke noch ein bisschen in der Strasse rum (die Navigation meint inzwischen ich sei "OFF ROAD"), aber es hilft nix.
Die Kiste findet das alles okay und sagt nichts.

Als ich schliesslich für 250 Euro Verkehrsübertretungen begangen habe gebe ich auf.

Morgen werde ich mal versuchen, rückwärts durch eine Einbahnstrasse in der falschen Richtung fahrend im Überholverbot ein Auto über eine rote Ampel hinweg zu überholen und dabei eine Strassenbahn schneiden. Nachts ohne Licht.

Mal sehen.

Neues vom Toaster mit Intelligentsensor!

Seit neuestem riecht es bei der Benutzung des Toasters immer nach verbranntem Gummi. Schon alles durchsucht, Toaster Sauber gemacht, Krümel entfernt, hilft nix. Stinkt nach verbranntem Gummi, ich finde einfach nicht raus warum. Nett.

Inelligente Geräte Teil 2

Gerade hat mir wieder der Toaster mit dem "Intelligent Sensor" mein Brot verbrannt. Auf Bräunungsstufe "niedrieg".

Gleich fällt mir wieder ein, was ich in letzter Zeit sonst noch alles erleben durfte. In der Firma in der ich arbeite gibt's natürlich auch eine Tiefgarage.
Da kann ich mit meinem Motorrad schon mal nicht reinfahren, weil die Technik ja so schlau ist, feststellen zu wollen, ob da tatsächlich auch eine Fahrzeug vor der Einfahrt steht, wenn jemand seine Karte ins Lesegerät schiebt. Mein Motorrad hat aber offenbar nicht genug Eisen oder sowas, jedenfalls ist nichts mir Karte einstecken.

(Wärend ich obiges geschrieben habe, hat der Intelligent-Toaster mein zweite Scheibe Brot verbrannt. Dabei habe ich streng darauf geachtet, das die in den Toastgut-Aufnahme eingeführte Brotscheibe im Sensorbereich liegt - ganz wichtig - und ausserdem die Toststufe von "niedrig" auf "sehr niederig" gestellt. Ergebniss: Das Brot befindet sich zumindest mal in einer Verbrennungsstufe, die Asche abkratzen noch lohnend erscheinen lässt.)

Parkhaus: Angenommen man ist dann drin, z.b. weil man an sein Motorrad einen Anhänger mit 200 Kilos Eisenschrott anflanschen konnte oder sei es auch nur weil man mit dem Auto kommt, geht der Spass ja weiter. Das Parkhaus lässt einen nämlich nur raus, wenn man vorher auch reingefahren ist. Oder umgekehrt, man kommt nur rein, wenn man nicht schon drin ist. Klingt nicht wie ein Problem? Nun denn, leider war bei meinem Auto neulich mal die Batterie leer. Als das Auto in der Garage stand. Kein Thema,Freundin angerufen, die kommt mit dem anderen Auto, Starthilfe, fertig ist. Jaaaaa. Nur... wie kommt die rein? Mit meiner Parkkarte nicht, den das Parkhaus ist ja schlau und weiss, das ich schon drin bin! Na gut, kein Problem, es gibt ja Besucherparkplätze. Die sind für 15 Minuten sogar umsonst, sollte reichen. Nur: Das Parkhaus ist ja schlau! Es weiss: Es ist nach 19.00 Uhr, da kommen keine Besucher mehr! Weil ja Feierabend ist!

Paar Monate später: Wegen Arbeiten ist der Kartenleser an der Einfahrt ausser Betrieb.Der Hausmeister hat ein Schild gemalt: "Bitte so einfahren" Schranke ist auch hoch gestellt. (Das Schild ist übrigens, obwohl es an mehren Stellen hängt, jeweils HANDGEMALT, vermutlich ist der Hausmeister über einen schlauen Fotokopierer verzweifelt und dachte irgendwann: 3x malen geht schneller.)

Ich soll also einfach so reinfahren. Okay, mache ich, obwohl ich bereits eine Ahnung habe. Als ich nach einer längeren Spätschicht dann um 01.00 morgens wieder rausfahren will geht das natürlich nicht, weil der Hausmeister der intelligenten Parkaussteuereung zwar gesagt hat: "Heute dürfen alle Leute so rausfahren, weil das Lesegerät defekt war" aber das Parkhaus ist ja schlau: Es ist 01.00 Uhr und das war also GESTERN. Und das Parkhaus weiss: Mein Auto ist gar nicht im Parkhaus, also brauche ich auch nicht rausfahren.

Und letzte Woche hat mir dann noch die schlaue Ausfahrtschranke zwei fette Kratzer in die Motorhaube gemacht, weil so schlau nicht einfach zu zu gehen, wenn ein Auto drunter steht, ist sie dann doch nicht.

Fahrstuhl, noch so ein Toppgerät. Es gibt derer zwei. Öfters wird einer mal zu Umzügen benutzt, Die Jungs von der Umzugsfirma blockieren dann die Tür, damit der Fahrstuhl voll mit Möbeln nicht wieder wegfährt, weil jemand vom 2. in den 3. fahren will. Gut, ich will vom zweiten Untergeschoss in das 4. Obergeschoss, da darf man den Fahrstuhl benutzen, auch als Öko. Fast. Man könnte nun denken, man müsse nur auf den "Aufzug holen" Knopf drücken und dann käme der zweite Fahrstuhl, der der Anzeige nach im 5 Stock Däumchen dreht. Geht aber nicht, denn die Fahrstuhlsteuerung ist eine ganz Intelligente: sie weiss nämlich, das im Untergeschoss schon ein Fahrstuhl ist. Warum also einen zweiten senden? WEIL DER ANDERE VOLL MIT MÖBELN IST UND DAS AUSLADEN NOCH 5 MINUTEN DAUERN WIRD DU DUSSELIGES STÜCK DRAHT. UND DESWEGEN DRÜCKE ICH JA AUF DEN AUFZUG HOLEN KNOPF ***OBWOHL*** BEREITS EINE KABINE DA IST!
Man sollte den ganzen Intelligent-Müll abschalten!
Jedoch: Mittlerweile ist nicht mal mehr der Auschalter ein Garantie dafür das das Gerät auch aus geht.

Langsam fängt das an zu nerfen.

Seit neuestem sind sogar unsere Kaffeemaschinen schlau. Ich will mir einen Kaffee machen, sagt die Maschine: "Satzbehälter voll". Okay, kein Thema, den Satzbehälter leere ich inzwischen mit einmal durchspülen in 10 Sekunden. Sauber und leer wieder rein das Dingen. Sagt die Maschine "Satzbehälter voll". Ich zieh den Behälter wieder raus. Nein, keine Täuschung meinerseits, der Behälter wurde TATSÄCHLICH soeben von mir geleert UND!... er ist immer noch leer. Wieder rein. Maschine zeigt im Display: "Satzbehälter voll".
Gut, ich trinke Wasser, ist auch nett. Soll auch gesünder sein.

Später mal nachgefragt: Die Maschine ist SCHLAU. Sie meint zu wissen, wie lange es dauert einen Satzbehälter zu leeren. Nämlich mindestens 30 Sekunden. Wer schneller ist, hat gelogen und der Behälter ist noch voll. Haha! Anlügen lässt sich die Maschine aber nicht. Nämlich!

So und hier kommen wir zum Kern der Sache: Es nerft nicht, das die Maschine eine ungeeignet Zeit annimmt, sondern dass sie mir überhaupt vorschreiben will, was ich zu tun habe. Wenn es mir beliebt, den Satzbehälter gar nicht zu leeren, sondern anzunehmen, das man da noch locker 3 weiter Kaffe rausziehen kann ohne das der Behälter überläuft (was tatsächlich so ist), dann soll der Eisenklumpen das bitte auch machen! Und bitten muss ich sowieso nicht!

Wenn ich meine 2 Autos auf meinen gemieteten Parkplatz parken zu können, dann soll mich das Parkhaus das machen lassen.

Der Fotokopierer soll das was ich oben drauf lege 1:1 fotokopieren.

Und wenn ich auf den Knopf beim Fahrstuhl drücke, soll er auch kommen.

Und wenn ich auf AUS drücke, soll die Kiste auch aus gehen und nicht in "Suspend-warm-sleep-Bereitschafts-30-Watt-weg-modus"

Und der SCHEISSS TOASTER soll nicht schon wieder mein Brot verbrennen.

Hat er aber, jetzt zum dritten mal.

Seufz.

High Tech 2

Heut sehe ich erstmals eine Werbung für den neuen 5-Klingen-Rasierer über den ich neulich geschrieben hatte.

Und ich glaube es kaum: auf der Rückseite haben sie nun noch mal eine einzelne Klinge angebracht. Angeblich für "Problemzonen" (ich dachte immer die die so genannten "Problemzonen" seien bei Frauen an der Hüfte angebracht)

Problemzonen. Klar. In Wirklichkeit hat eben nur jemand bemerkt, das es verdammt unpraktisch ist, sich 5 Klingen zugleich übers Gesicht zu schrubben und man damit auch nicht mehr überall hinkommt und das der alte 1-Klingen-Rasierer im Grunde recht gut funktioniert hat. Bleibt die Frage, ob es die Problemzonenklinge eventuell bald (z.b. gegen Aufpreis) auch ohne die vorne angebrachte Multi-ziep-einheit gibt.


(So, hier sollte der Eintrag an sich Zuende sein. Ich komme aber noch nicht drüber weg... erst verkaufen sie uns, dass zwei Klingen besser sind und dann das drei Klingen besser sind und dann vier und dann fünf und dann kommt das ALLERNEUSTE!!! *EINE* Klinge!)


(Mal sehen: Wie wär´s denn mit folgender Neuerung im kommenden Jahr: Die Multi-Ziep-Einheit bekommt 7 Klingen und die Problemzonen-Geschichte wird ne Doppelklinge! Das wär ja besser!)

(Und 2008 dann 8 Klingen plus die bereits bekannte 3-fach Klinge auf der Rückseite und für den Spezialfall - wo man eventuell doch nur eine braucht - im Griff eine Einzelklinge versenkt, die man ausfahren kann! Naaaa? Das ist doch ne SUPER IDEE!)

High Tech

Als ich anfing mich zu rasieren, gabs Nassrasierer mit einer Klinge. Am Anfang habe ich damit auch rumexperiemntiert, Rasierschaum und der ganze Kram, aber sehr schnell fand ich das unpraktisch und geziept hats auch mehr als Elektrorasierer, und auf die angeblich so mänlichen Schnittwunden da wo vor dem Rasieren Pickel waren konnte ich auch verzichten.

Aber gerüchteweise hat die Methode für viele Männer ganz gut funktioniert die letzten 80 Jahre oder so. (Die modernen Nassrasierer gibts seit 1903)

Daher habe ich auch nur am Rande mitbekommen, das Rasierer auf einemal ZWEI Klingen hatten. So richtig einleuchtend fand ich das zwar damals schon nicht und ferner wunderte mich die angeblich exorbitanten Entwicklungskosten im mehrstelligen Millionen Bereich. Aber na schön. Ich habs mal getestet... ziepte noch mehr als mit einer Klinge, irgendwie nicht verwunderlich. Ich stieg um auf 1x die Woche elektrisch rasieren, bester Kompromiss zwischen "rasieren macht keinen Spass und richtig Bart will ich nicht".

Wieder paar Jahre später: DREI Klingen. Gähn. Das ist also Innovation! Anstatt zwei Klingen also drei. High Tech. Toll. Ich fing an mich zu fragen, ob sie wohl so doof sein werden, als nächstes VIER Klingen....

Na klar, waren sie. Vier Klingen.

Dann gabs diese Intermezzo, wo Nassrasierer eine Batterie hatten. Wofür weiss ich bis heute nicht. Werden da die Klingen elektrostatisch aufgeladen oder sowas? Und war das vor oder nach 4 Klingen?

So was muss ich heute sehen? Der letzte Schrei am Nassrasierermarkt? Naaaa?
Genau.
Fünf Klingen.




Na gut, ich weiss jetzt, wie eine Nassrasierer in ca. 6 Jahren aussieht, nämlich so:

Rasierer

Super Sache.

Ist halt schon nett, wenn man in einer High-Tech-Gesellschaft lebt, wo selbst das Rasieren durch ständige Innovationsschübe zu neuen nie dagewesenen Höhen geführt wird.


Fahrradcellopullovercomputer auch bekannt als Sofa-Klavier

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Ob ich weitere "ähnliche" Artikel sehen will? Ach, lieber nicht.

Kopierer Diplom

Gleichbleibend die Klagen über technisch Mögliches, das keiner will und das Leben im Alltag kompliziert macht.
Stichworte natürlich der allseits beliebte Videorecorder (nun ersetzt durch den DVD-Recorder) und das Funktelefon.
Alles olle Kamellen.
Das ultimative Nervgerät ist der Fotokopierer!
Als ich noch klein war und zur Schule ging bzw. studierte (also Anfang der 80er) da funktionierten Fotokopierer so:
- Deckel auf
- zu kopierendes Dokument auf Glasscheibe legen
- Deckel zu
- grüne Taste drücken
- fünf Sekunden warten,
- Fotokopie entnehmen, fertig.
Klar, es gab da noch so Tasten für mehre Kopien oder um die Sättigung anzupassen, das brauchte man aber meistens nicht. Heute sind die Kopierer intelligent... was dazu führt, das man ohne Kopiererdiplom II die Kiste noch nicht mal aus dem Stromsparmodus bekommt.
Fotokopieren geht heute z. B. so:
- Deckel aufmachen
- Fotokopierer fiept und zeigt im Display "Achtung, Vorlageneinzugsabdeckhaube auf!" an. Aha. Eh…
- zu kopierendes Dokument auf Glasscheibe legen
- Deckel zu
- grüne Taste drücken
- nichts passiert, Display sagt: "Papierkassette leer"
- Papierkassette checken -> randvoll
- grüne Taste drücken
- nichts passiert, Display sagt : "Papierkassette leer"
- Display genauer studieren, es zeigt an "A3 Kopie"
obwohl Vorlage ein Buch ist, dessen Seiten leicht auf DIN A4 passen.
- Kollegen rufen. Der findet Taste "A4" (es befinden sich 47 Tasten am Bedienpanel des Kopierers, die zum grössten Teil mehrfach beschriftet sind). Taste drücken
- grüne Taste drücken
- zehn Sekunden warten
- Fotokopie entnehmen, es ist eine Verkleinerung auf 44%, kaum lesbar,
die Hälfte des Blattes ist leer.
- Fluchen
– hier lasse ich mal ’ne Menge weiterer Schritte weg und geh über zu ERKLÄRUNG –
Der Fotokopierer ist intlelligent oder inletigent oder so.
Er erkennt, das die Vorlage 0,5 Zentimter grösser ist als DIN A4 und will daher auf ein DIN A3-Blatt kopieren, ungeachtet der Tatsache, daß um den eigentlichen Text rundherum drei Zentimeter leerer Rand sind, dieser eigentliche Text also locker auf eine DIN A4-Seite passt.
Im DIN A3-Fach ist aber kein Papier, daher kopiert er zunächst gar nicht.
Wenn man die Taste "A4" drückt, erkennt er, dass der leere weisse Rand nicht ganz auf die DIN A4-Seite passt und verkleinert die Vorlage daher, DAMIT man den leeren weissen Rand auch ja komplett auf der Kopie hat.
Wenn schon, denn schon.
Es stellt sich raus, das man als Nutzer den Fotokopierer nicht zwingen kann, einfach das auf eine DIN A4-Seite zu kopieren, was man oben auf die Glasscheibe legt.
Das führt z. B. auch dazu, das eine aufgelegte Visitenkarte automatisch vergrössert wird.
Ich benutze Fotokopierer inzwischen nicht mehr! Ich halte lieber meine Digitalkamera auf das zu kopierende Dokument und drucke das Foto aus. Geht schneller.
Vor meinen geistigen Auge sehe ich folgende Kausalkette:
- Aus Frust, dass Fotokopierer so komplex sind, dass man sie nicht mehr bedienen kann, wandern Leute, wie ich, zu alternativen Methoden ab, wie scannen und ausdrucken, fotografieren und ausdrucken, Dokument gegen Licht halten und durchpausen… etc., etc.
- der Umsatz an Fotokopierern sinkt
- die Hersteller bemerken das und schlagen in internen Meetings als Gegenlösung vor, dem Customer mehr Valueaded Usebillity zur Verfügung zu stellen, um den Vorteil des Fotokopieres gegenüber des Abschreibens mit Federkiel stärker hervorzuheben.
- es werden MEHR intelligente Features eingebaut.
Gehe zu: "Vor meinen geistigen Auge sehe ich folgende Kausalkette:…"

Inelligente Geräte

Vor paar Monaten Toaster für 12 Euro gekauft. Ging, toastet Brot.
Doch dann kamen K's Eltern und haben kund getan, dass sie einen viel besseren Toaster übrig hätten, den sie nicht mehr bräuchten, weil sie sich einen noch wesentlich viel besseren Toaster gekauft hätten.
Vermutlich hatte der Nachbar beim samstäglichen Balkonfühstück den Toastervergleich für sich entscheiden können, da muss natürlich nachgelegt werden.
Ich stelle mir vor, wie K's Eltern nun betont unauffällig eine Brotscheibe nach anderen in ihren neuen Monster-Toaster stecken, der so platziert ist, dass er vom Nachbarbalkon aus gut zu sehen ist.
Der 12 Euro-Toaster kommt also in den Keller. Anstelle dessen steht jetzt hier ein Krups Galaxy 2000 XL mit Intelligent Sensor (Echt! "Intelligent Sensor"!!).
Natürlich ist diese Kiste auch wesentlich größer, kann aber trotzdem nur eine Scheibe Graubrot toasten, während in den alten zwei zugleich passten.
Die Brotscheiben bleiben an der Grenze zu ungetoastet. Einfach noch mal reindrücken geht nicht, weil der "Intelligent Sensor" merkt, dass das Toast schon warm ist und es gleich wieder auswirft. Toll! How Intelligent! Man kann natürlich auch den Regler höher drehen, aber komischerweise verbrennt das Toast dann immer an einer bestimmten Ecke, während es an der anderen immer noch blaß ist.
Faktisch muss man die Kiste also austricksen, in dem man den Regler recht hoch einstellt, dann aber nach der Hälfte der Zeit das Brot rausholt, umdreht und noch mal rein steckt.
Wäre doch gelacht, wenn wir nicht einen intelligenten Toaster überlisten könnten!
Gut…wir haben also aus einer 12 Euro/2 Minuten Angelegenheit ein konstantes Ärgernis gemacht.
Langsam ist mir auch klar, wo K's Mutter ihre manisch depressiven Anfälle her haben könnte.

Intelligente Geräte

So, noch schnell einen Kaffee gemacht.

Ich bin bei Leuten zu Besuch, die so eine Kaffeemaschine mit Tropfstop haben. Letztes Mal als ich hier war, habe ich eine Riesensauerei veranstaltet, weil ich den Deckel der Kanne falsch eingesetzt habe und der daher Kaffee daneben gelaufen ist. Die ganze Anrichte voll Kaffee.

Diesmal habe ich gelernt und lasse den Deckel einfach weg. Leider verhindert der Tropfstop jetzt, das der Kaffee in die Kanne läuft, er staut sich also im Filter hoch und läuft oben rüber.

Was ich erst mitbekomme, als wieder die ganze Anrichte voller Kaffee ist.

Da hat sich also nun ein Ingeniör bei Krupps mal was Tolles gedacht:
Diese drei Tropfen Kaffee, die da unten immer nachlaufen wenn man die Kanne wegnimmt, versauen einem ja die ganze Heizplatte. Ja, im Grunde das ganze Leben. Sowas ist nicht zeitgmäß! Immerhin schickt sich der Mensch an, den Krebs zu besiegen, den Hunger weltweit zu verbannen und die Atomkraft zu kontrollieren.
Da geht's ja wohl nicht, dass der Kaffee die Heizplatte versaut.

Also schnell mal einen Tropfschutz drangenagelt. Nur das Risiko, mit der Maschine eine Riesensauerei zu veranstalten, hat sich dadurch mal rasch vervielfacht.

Super Lösung!

Erinnert mich an Fotokopierer.