Die Schulden der Bahn

Meldung in den Nachrichten gestern:

"Steuerzahler muss für die Verluste der Bahn aufkommen"
Hm. Und?
Das ist genau so sinnvoll wie der Satz:
"Steuerzahler muss für die Verluste der Autobahnen aufkommen."
Ich vermute nur, dass die LKW-Maut die Kosten des Straßenbaus wesentlich weniger deckt, als die Bahntickets die Kosten der Bahn.

Oder anders: Selbstverständlich ist Aufbau einer Verkehrsinfrastruktur Staatsaufgabe. Länder in denen das privatisiert wurde, können ein paar Liedchen davon singen, was die Folgen sind, siehe das marode Bahnsystem in Großbritannien. Und dass wir derzeit nur noch von LKWs verstopfte Autobahnen haben, liegt eben auch daran, dass der Steuerzahler die Kosten für die Strassen übernimmt und die Speditionen sich an diesen Kosten nur sehr wenig beteiligen müssen (Maut und etwas der KFZ-Steuer), während bei der Bahn die Speditionen im Preis auch den Gleisbau mitfinanzieren müssen. Ergebnis ist dann, dass die Autobahn auf unsere Kosten billiger ist und wir mehr LKWs auf der Straße haben, mehr Feinstaub in der Lunge, mehr Zeit in Staus verbringen und mehr Verkehrstote beklagen müssen.

Da würde ich doch "Steuerzahler muss die Infrastrukturkosten der Bahn finanzieren und zwar sogar mehr als jetzt" deutlich vorziehen.

Kleine Abschätzung der Grössenordnung gefällig? Die Bahn meldet für 2016 1,3 Milliarden Verlust. Macht für jeden Bundesbürger circa 1,50 Euro pro Monat. Also ich würde liebend gerne sogar 3 Euro pro Monat zahlen, wenn dafür weniger LKWs unterwegs währen. Zum Vergleich: Alleine das ZDF verlangt und bekommt von uns jedes Jahr über 2 Milliarden Euro (durch
GEZ oder wie das jetzt heisst). ZWEI MILLIARDEN EURO, um ein Fernsehprogramm zu machen, das so dröge ist, dass alles unter 45 lieber YouTube guckt?

Aber für die Bahn gibts kein Geld. Alles klar.